Himmelsspektakel über Deutschland: Am Sonntagabend sorgte ein Meteoritenfall für Aufruhr in mehreren Bundesländern. Gesichtet wurde der Feuerball unter anderem in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Baden-Württemberg. Im Koblenzer Stadtteil Güls schlug ein Meteorit sogar in ein Hausdach ein und landete im Schlafzimmer der Bewohner. Verletzt wurde niemand.

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Dennoch stellt sich die Frage: Kann das einfach jederzeit ohne Vorwarnung passieren? Dieter Heinlein, Meteoriten-Spezialist des Deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt, erklärt das Phänomen.
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Meteorit schlägt in Koblenz ein: Wie konnte es dazu kommen?
Herr Heinlein, wie kam es zu dem Meteoriteneinschlag?
Dieter Heinlein: Durch das Fragment eines Asteroiden, der mit der Erde kollidiert und in der Nähe von Koblenz niedergegangen ist. Zuvor war eine helle Feuerkugel über mehrere Sekunden sichtbar. Diese Feuerkugel ist eine Leuchterscheinung, die durch die Abbremsung des Asteroidenfragments in der Atmosphäre entsteht. Dabei zerbricht das Material in mehrere Einzelteile und schmilzt teilweise ab. Die kleineren Teile stürzen dann als Meteoriten weiter auf die Erdoberfläche.
Woher kam das Asteroidenfragment?
Der Brocken stammt aus dem Asteroidengürtel zwischen den Planeten Mars und Jupiter. Von dort hat sich ein Teil eines Asteroiden abgespalten und ist Richtung Erde gerast.
Wie schnell kann so ein Meteorit werden?
Im Weltraum kollidieren diese Objekte mit 70.000 bis 80.000 km/h. In der Atmosphäre wird das Material jedoch innerhalb weniger Sekunden abgebremst. Ein Fragment in der Größe einer Orange oder eines Tennisballs hat beim Aufprall vielleicht noch ca. 200 km/h. Das war in etwa die Größe des Brockens, der in das Hausdach in Koblenz eingeschlagen ist. Diese Aufprallgeschwindigkeiten sind zum Glück viel kleiner als die ursprünglichen Kollisionsgeschwindigkeiten.

Forscher klärt auf: Kann man Einschläge vorhersagen?
Dennoch wirkt es so, als wären Meteoriten eine reelle Gefahr für uns ...
Eine reelle Gefahr ist es nicht, da die Stücke relativ klein sind. Es ist in der Geschichte nicht bekannt, dass ein Mensch durch einen Meteoriten zu Tode gekommen ist, auch wenn es natürlich nicht völlig ausgeschlossen werden kann.
Grundsätzlich sind solche Einschläge aber sehr selten, oder?
Gebäudetreffer sind selten, passierten in Deutschland aber beispielsweise in den 60er-Jahren in Kiel und 2023 in Elmshorn. In Elmshorn landete zudem ein fast 4 kg schwerer Meteorit in einem Garten.
Gibt es für so etwas kein Warnsystem?
Dazu müsste man die kleinen Objekte, die oft nur so groß sind wie ein Fußball oder ein Pezziball, bereits im Weltraum fotografieren. Das ist bei etwa 1300 weltweit beobachteten Fällen erst dreimal zufällig gelungen, wie etwa bei Ribbeck. Die allermeisten Fälle sind rein zufällig und erfolgen ohne Vorwarnung.
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Meteoriteneinschlag: Wer bezahlt den Schaden?
Was macht Meteoriten so besonders?
Sie bestehen aus der Urmaterie unseres Sonnensystems und sind viereinhalb Milliarden Jahre alt. Besonders wertvoll ist es, wenn man das Material sofort findet. Diese Fragmente enthalten noch Substanzen, die ganz schwach radioaktiv sind und schnell untersucht werden sollten. Ansonsten sind sie eher unscheinbar. Die Fragmente sehen im Inneren hellgrau aus, zeigen aber teilweise eine Schmelzkruste.
Ist so ein Meteorit wertvoll?
Er ist primär hochinteressant für die Wissenschaft und für Museen. Große Stücke aus Elmshorn sind heute in den Universitäten Hamburg und Kiel ausgestellt. Es gibt aber auch einen Markt. Leute suchen gezielt nach Fragmenten, um sie im Netz oder auf Mineralienmessen anzubieten. Man muss jedoch vorsichtig sein: Da oft auch wertlose Schlacke als Meteorit angeboten wird, ist eine fachmännische Untersuchung daher unerlässlich.
Wer bezahlt einen Meteoritenschaden am Hausdach?
Das hängt von der Gebäudeversicherung ab. In Elmshorn wurden damals die Schäden übernommen. Das war allerdings ein wesentlich kleinerer Schaden als in Koblenz. Das muss der Hausbesitzer in der Versicherungsklausel nachlesen.








