Zwischen Deutschland und Dänemark ist erstmals eine große batteriebetriebene Fähre im Einsatz. Das neue Schiff der Reederei Scandlines soll den Güterverkehr über den Fehmarnbelt künftig weitgehend ohne direkte Emissionen ermöglichen, wie Scandlines berichtet.

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Am Dienstag startete die Fähre Baltic Whale zu ihrer ersten regulären Fahrt vom dänischen Rødby zur deutschen Ostseeinsel Fehmarn. Die Überfahrt bis nach Puttgarden dauert rund 45 Minuten. Im normalen Betrieb wird das 174 Meter lange Schiff dabei ausschließlich elektrisch angetrieben.

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Großes Batteriesystem an Bord

Mit einer Speicherkapazität von zehn Megawattstunden verfügt die Fähre über eines der größten Batteriesysteme, das bislang auf einem solchen Schiff installiert wurde. Während der kurzen Liegezeit im Hafen werden die Akkus innerhalb von etwa zwölf Minuten wieder aufgeladen. Dafür hat die Reederei in beiden Häfen eine leistungsstarke Ladeinfrastruktur aufgebaut.

Die Batterien liefern genug Energie für die etwa 18,5 Kilometer lange Strecke über den Fehmarnbelt. Zwar sind an Bord auch Dieselgeneratoren installiert, sie sollen jedoch nur im Notfall zum Einsatz kommen.

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Platz für Dutzende Lastwagen

Die Fähre ist vor allem für den Frachtverkehr ausgelegt. Auf zwei Decks können bis zu 66 Lastwagen transportiert werden, außerdem ist der Transport von sogenanntem Gefahrgut möglich – etwa Industriebatterien, Kosmetikprodukten oder Autoteilen. Zusätzlich dürfen bis zu 140 Passagiere mitfahren, heißt es auf der Website.

Der Name des Schiffes ist bewusst gewählt. Er verweist auf den Schweinswal, eine streng geschützte Walart, die in der Ostsee lebt. Durch den elektrischen Antrieb sollen nicht nur CO₂-Emissionen vermieden werden. Auch der Unterwasserlärm fällt deutlich geringer aus als bei herkömmlichen Schiffsmotoren – ein Vorteil für Meeressäuger, die auf Geräusche zur Orientierung angewiesen sind.

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Umweltverbände sehen wichtigen Schritt

Beim Naturschutzbund Deutschland (Nabu) stößt das Projekt auf Zustimmung. Verbandspräsident Jörg-Andreas Krüger bezeichnete die erste Fahrt als wichtigen Schritt für klimafreundlichere Schifffahrt. Sie zeige, dass auch anspruchsvollere Strecken heute bereits ohne direkte Emissionen bewältigt werden könnten.

Zugleich fordern Umweltverbände, dass weitere Reedereien ähnliche Konzepte umsetzen. Technisch sei der Umstieg inzwischen möglich, argumentieren Experten.

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Elektrische Fähren könnten Standard werden

Unterstützung erhält diese Einschätzung auch aus Studien. Die europäische Umweltorganisation Transport & Environment kommt zu dem Ergebnis, dass bis 2035 rund 60 Prozent der europäischen Fähren batterieelektrisch betrieben werden könnten. In vielen Fällen ließen sich solche Schiffe langfristig sogar günstiger betreiben als mit fossilen Treibstoffen.

Für Scandlines ist die neue Fähre deshalb auch ein Signal für die Zukunft der Branche. Das Unternehmen plant, seinen Fährbetrieb bis 2040 vollständig ohne direkte Emissionen zu betreiben.