In Italien ist der erste europäische Fall eines nachweislich mit dem Vogelgrippe-Virus H9N2 infizierten Menschen festgestellt worden. Dabei handelt es sich um einen 30-jährigen Mann, der aus einem afrikanischen Land über den Flughafen Mailand-Malpensa nach Italien eingereist ist. Er wird mit grippeähnlichen Symptomen im San Gerardo Krankenhaus in Monza behandelt. Es handle sich hier um den ersten Fall dieser Art in ganz Europa, bestätigte das Gesundheitsministerium in Rom.

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Die Tests bestätigten eine Infektion mit Influenza A(H9N2), die normalerweise bei Vögeln vorkommt. Der Patient befindet sich in Isolation – sein Zustand ist nicht besorgniserregend. Er wird als gesundheitlich geschwächt beschrieben, hat laut Medienberichten bestehende Vorerkrankungen.
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Alle Personen, die Kontakt zum Mann hatten, wurden negativ getestet. „Es handelt sich um eine für Geflügel typische Form, die auf den Menschen übertragen wurde, aber für die Bevölkerung besteht keinerlei Risiko. Das Kontrollsystem funktioniert vollständig“, erklärte der Gesundheitsbeauftragte der Region Lombardei, Guido Bertolaso.
Die Gesundheitsmaßnahmen wurden sofort eingeleitet und Kontaktpersonen nachverfolgt, weitere Fälle sind bislang nicht aufgetreten. Die gute Nachricht: Bisher wurde keine Übertragung des Vogelgrippe-Virus A(H9N2) von Mensch zu Mensch nachgewiesen. „Es besteht daher kein Alarm in Italien“, versicherte der Epidemiologe Gianni Rezza laut Medienangaben. Dennoch sei die Überwachung durch das Gesundheitsministerium aktiv.
Nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) wurden seit 1998 und bis zum 27. Februar 2026 weltweit 195 Fälle von A(H9N2) beim Menschen in zehn Ländern in Asien und Afrika gemeldet. Zwei Infektionen verliefen tödlich. Der direkte Kontakt mit infizierten Vögeln oder kontaminierten Umgebungen gilt als wahrscheinlichste Infektionsquelle für Vogelgrippe-Viren beim Menschen.
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In den vergangenen Jahren hatten vor allem Vogelgrippe-Fälle des Stamms „H5N1“ für Schlagzeilen gesorgt. Infektionen wurden in England, Spanien und der Türkei sowie in Asien und Afrika nachgewiesen. Insgesamt wurden seit Beginn der 2000er-Jahre weltweit etwa tausend Infektionen mit H5N1 registriert, mit einer hohen Sterblichkeitsrate. Im Allgemeinen erfolgt die Ansteckung durch den direkten Kontakt mit infiziertem Geflügel oder mit kontaminierten Sekreten, wie Kot.
Das Virus befällt primär Vögel, wurde aber auch bei mehreren Säugetieren gefunden. Influenza A(H9N2) hingegen ist hauptsächlich in Afrika, in Ost- und Südostasien und im Nahen Osten bei Geflügel verbreitet. Die Handels- und Transportketten tragen stark zur Verbreitung bei. Beim Menschen verlaufen die Fälle meist mild, mit grippeähnlichen Symptomen. Schwere Verläufe und Todesfälle sind selten.
Der aktuelle H9N2-Fall in der Lombardei weckt in Italien aktuell böse Erinnerungen: Die norditalienische Region war das erste Gebiet in Europa, in dem sich 2020 das Coronavirus verbreitet hatte. In einem Krankenhaus der Provinzstadt Codogno war am 20. Februar 2020 der „Patient 1“ – der erste mit dem Coronavirus infizierte Italiener – identifiziert worden.










