Nach einer Strafanzeige von Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Partner Christian Ulmen prüft nun die Staatsanwaltschaft Potsdam die Übernahme der Ermittlungen. Die Akten der Staatsanwaltschaft Itzehoe in Schleswig-Holstein seien eingetroffen, sagte eine Sprecherin der Ermittlungsbehörde am Nachmittag in Potsdam. Ob das Verfahren übernommen und die Ermittlungen von Potsdam aus fortgesetzt werden, solle zeitnah entschieden werden. Einen Zeitraum konnte die Sprecherin nicht nennen. Es sei noch nicht klar, wie umfangreich die Akten seien.

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Fernandes und ihr Ex-Partner, der Schauspieler Christian Ulmen, hatten vor ihrem Umzug 2023 nach Mallorca in der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam gewohnt.

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Fernandes richtet Vorwürfe gegen Ulmen, über die zuerst der „Spiegel“ berichtet hatte. Sie wirft ihm vor, Fake-Profile in ihrem Namen erstellt und darüber pornografische Darstellungen verbreitet zu haben. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Sein Anwalt Christian Schertz kündigte an, gegen die „initiale Berichterstattung“ des „Spiegels“ gerichtliche Schritte einzuleiten. 

Christian Ulmen mit Ehefrau Collien Ulmen-Fernandes bei Omega Uhren lanciert die neue Damenuhr - Tresor im Kraftwerk in
Collien Fernandes mit Christian Ulmen auf einem Foto von 2018. © imago images/Eventpress | Eventpress Fuhr via www.imago-images.de

Oberstaatsanwalt Peter Müller-Rakow von der Staatsanwaltschaft Itzehoe hatte am Freitag zur Abgabe des Falls nach Potsdam gesagt, durch die Prüfung „bezüglich der vorgeworfenen Handlungen“ hätten sich Hinweise auf mögliche Tatorte im dortigen Bezirk ergeben. Nähere Angaben machte er nicht. Fernandes löste auch eine breite Debatte über sexualisierte Gewalt und Demonstrationen in mehreren deutschen Städten aus.

Zur Berichterstattung im Fall Fernandes

Gegen Christian Ulmen stehen schwere Vorwürfe im Raum. Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes hat Ulmen in Spanien angezeigt, wegen mutmaßlicher Vortäuschung einer Identität, Verletzung von Geheimnissen, Beleidigung mit öffentlicher Verbreitung, fortgesetzter Misshandlung und schwerer Bedrohung. Um die Erstellung von Deepfake-Pornos ging es dabei ausdrücklich nicht. Die spanische Justiz hat die Strafanzeige von Collien Fernandes an Deutschland abgegeben. Die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt derweil wegen Vorwürfen häuslicher Gewalt gegen Christian Ulmen.

Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung. Der Schauspieler weist die Vorwürfe zurück. Das Landgericht Hamburg hat Anfang Mai einen Großteil der im März erschienenen „Spiegel“-Berichterstattung für zulässig erklärt. Fernandes hatte darin die Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann öffentlich gemacht. Im Juni urteilte auch das Hanseatische Oberlandesgericht, der „Spiegel“ dürfe weiter über die Gewaltvorwürfe berichten.

fmg/dpa