Als ich kürzlich im Wartezimmer unserer Hausarztpraxis saß, waren die jüngeren Patienten in der Mehrzahl und konnten vermutlich mit einem alten Taschenbuch aus der DDR-Zeit kaum etwas anfangen, welches als Lektüre auslag: Der Titel des Buches ist der Seniorengeneration gut bekannt und gehörte in der Schule zur Pflichtlektüre: Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk von Jaroslav Hašek, einem Autor aus Tschechien, in Deutschland 1926 erschienen, genau vor 100 Jahren.
Satire im Ersten Weltkrieg: Schwejk trotzt dem Wahnsinn des Krieges
Das Buch schildert die Erlebnisse des Hundehändlers Schwejk im Ersten Weltkrieg in satirischer Form und erzählt, wie dieser mit normalem Verstand, Humor und Witz im Leben, aber eben auch in dem schrecklichen Krieg besteht. Die Missstände in der Armee und der Widersinn eines Krieges werden in unterhaltender Weise dargestellt und haben nichts an Aktualität eingebüßt, was wir als Seniorengeneration in den letzten Jahren nur schmerzlich zur Kenntnis nehmen können.

Brauchen wir in unserer Zeit also auch einen solchen Schwejk, der uns den Spiegel unseres Lebens und unserer Politik vor Augen hält? Im Wartezimmer einer Arztpraxis sitzen die Patienten meist ruhig, ohne Gespräche, als stille Wartegemeinschaft. Da konzentriert sich jeder auf den Arztbesuch und möchte dabei nicht gestört werden. An diesem Tag aber hatte ich große Lust, eine mir bekannte Mitbewohnerin nach dem Schwejk-Roman zu fragen. In diesem Moment wurde ich von der Schwester aufgerufen.
Weitere Beiträge der TA-Seniorenredaktion finden Sie hier


