• Timmy ist frei – dennoch ist die Kritik an seinen Rettern groß
  • Experten befürchten, dass seine Freilassung sein Todesurteil sein könnte
  • Was jetzt die größten Sorgen sind

Timmy ist frei! Diese Nachricht erreichte am Samstagmorgen Millionen in Deutschland und darüber hinaus. Nachdem über Wochen mehrere Versuche, den gestrandeten Wal zu retten, gescheitert waren, ist es einer privaten Initiative nun gelungen, ihn in die Nordsee zu bringen. Dort ist er am Samstagmorgen dann in die Freiheit geschwommen.

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Doch auch wenn das eine gute Nachricht ist: In Sicherheit ist Timmy noch lange nicht. Der Wal ist von seinem wochenlangen Martyrium geschwächt, hatte sich zeitweise kaum noch bewegt. Einige Experten sprachen sich in den vergangenen Wochen deshalb dafür aus, ihn sterben zu lassen. Alle weiteren Rettungsversuche sahen sie als sinnlos und vor allem als Qual für das Tier an.

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Am Ende haben sich trotzdem die Befürworter durchgesetzt und Timmy wurde mit einem gefluteten Lastenschiff in die Nordsee gebracht. Dort warten allerdings schon die nächsten Gefahren. Eine der größten: Orcas. Die auch als Schwertwale bezeichneten Meeressäuger leben vereinzelt auch in der Nordsee und machen dort Jagd auf andere Tiere. Der geschwächte Timmy dürfte für sie eine leichte Beute sein.

Davor warnte schon einen Tag, bevor Timmy in die Freiheit schwamm, die auf Wildtiere spezialisierte Tierärztin Kerstin Alexandra Dörnath. Sie hält das Vorgehen der Retter und vor allem die Aussetzung des Wals in der Nordsee für falsch, bezeichnete sie als „Ticket in den Rachen der Orcas“. Gegenüber dem Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) sprach sie von „Aktionismus statt Sachverstand“. Timmy sei stark geschwächt. Das zeige sich schon daran, dass er sich vor dem Transport ohne Widerstand Gurte habe anlegen lassen.

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Dadurch könnte er in der Nordsee nicht in der Lage sein, eigenständig zu schwimmen. „Er wird vielleicht einfach untergehen wie ein Stein und ertrinken“, beschreibt Dörnath ein weiteres Problem. Auf dieses Problem weist auch die Umweltschutzorganisation Greenpeace hin. „Die Chancen, dass er in der Nordsee frei schwimmt, sind gering“, sagte ein Sprecher. Er gehe davon aus, dass der Wal dort ertrinken werde.

Wie schrecklich eine eigentlich gut gemeinte Rettungsaktion schiefgehen kann, zeigt die Auswilderung des Wals Keiko, der als Hauptdarsteller in den „Free Willy“-Filmen bekannt wurde. Er wurde Anfang der 2000er Jahre ebenfalls von einer privaten Initiative in die Freiheit entlassen – trotz heftiger Kritik von Umweltschützern. Nach nur wenigen Monaten starb das Tier an einer Lungenentzündung. Laut MDR sind damals involvierte Biologen auch an der Rettung von Timmy beteiligt.