• Das Hantavirus ist gefährlich, kann sogar zum Tod führen
  • Das zeigt nun der Fall eines Kreuzfahrtschiffs, auf dem mehrere Passagiere gestorben sind
  • Was muss man über den Erreger wissen? Der Überblick

Auf einer Kreuzfahrt von Argentinien zum afrikanischen Inselstaat Kap Verde sind drei Menschen mutmaßlich am Hantavirus gestorben. Das Risiko für die Öffentlichkeit sei weiter gering, teilte dazu die Weltgesundheitsorganisation WHO mit. Dennoch ist klar: Die Infektionskrankheit ist äußerst tückisch – vor allem, weil es noch immer keinen Impfstoff gibt.

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Hantaviren sind weltweit verbreitet, heißt: Es existieren zahlreiche Typen des Hantavirus, die sich in ihrer geografischen Verbreitung sowie im Krankheitsbild und in ihrer Todesrate unterscheiden. Nach Angaben des Schweizer Bundesamtes für Gesundheit (BAG) existiert ein einziger Hantavirus-Typ, der von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Allerdings sei dieser sehr selten.

Hantaviren gibt es auf allen Kontinenten. Der Name leitet sich ab von dem Fluss Hantan zwischen Nord- und Südkorea. Während des Korea-Kriegs Anfang der 50er Jahre waren mehr als 3000 Soldaten schwer an dem Virus erkrankt.

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Hantavirus wird durch Nagetiere übertragen

Mitteleuropäische Hantavirus-Arten verursachen grippeähnliche Infektionen mit über drei bis vier Tage anhaltendem hohen Fieber sowie Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen. In einer nächsten Krankheitsphase können dem Institut zufolge Blutdruckabfall und Nierenfunktionsstörungen auftreten.

Überträger sind Nagetiere. Entsprechend kann man nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) überall dort auf das Virus treffen, wo sich Mäuse, Ratten und Co. herumtreiben. Und es ist kein direkter Kontakt mit den Tieren nötig, die Viren stecken nämlich auch in den Ausscheidungen infizierter Nager. Menschen können sich etwa infizieren, wenn mit Kot kontaminierter Staub aufgewirbelt und eingeatmet wird. Die Infektionsgefahr ist in den Monaten Mai bis September am höchsten.

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Die Beschwerden bei einer Hantavirus-Infektion beim Menschen können unterschiedlich stark ausfallen, in manchen Fällen ist die Erkrankung tödlich. In der Regel treten zuerst grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auf.

Drei Tote nach Hantavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff
Ein Blick auf das Kreuzfahrtschiff Hondius bei Praia, Kap Verde. Nach einem ungewöhnlichen Ausbruch des Hantavirus sind laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) drei Menschen mutmaßlich nach einer Infektion gestorben.© AP/dpa | Arilson Almeida

Ehefrau von Hollywood-Legende Gene Hackman starb am Hantavirus

Die zwei häufigsten durch Hantaviren ausgelösten Krankheiten sind das sogenannte Hantavirus-induzierte (kardio-)pulmonale-Syndrom (HPS bzw. HCPS) und das Hämorrhagische Fieber mit renalem Syndrom (HFRS), bei dem auch Nierenprobleme bis hin zu Nierenversagen auftreten. Letzteres wird durch europäische und asiatische Virenstämme verursacht, das HPS oder HCPS hingegen durch Hantaviren aus Nord- und Südamerika. Infektionen mit den amerikanischen Virenstämmen können mit Komplikationen wie Lungenödemen und akutem Lungenversagen einhergehen.

Laut der US-Gesundheitsbehörde CDC liegt die Todesrate bei Menschen, die nach einer Hantavirus-Infektion Atemwegsprobleme entwickeln, bei 38 Prozent. Laut der kanadischen Gesundheitsbehörde werden jährlich weltweit rund 200 Lungenerkrankungen durch das Hantavirus gemeldet, die meisten in Nord- und Südamerika.

Ein prominenter Fall ist der von Betsy Arakawa Hackman, der Frau von Hollywood-Star Gene Hackman. Die 63-Jährige starb im Februar vergangenen Jahres laut Autopsiebericht an einer Hantavirus-Infektion. Ihre Leiche wurde zusammen mit der ihres Mannes in ihrem Haus in Santa Fe im Bundesstaat New Mexico gefunden. Der an Alzheimer leidende Schauspieler war den Ermittlungen zufolge eine Woche nach seiner Frau an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung gestorben.

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In Deutschland erkranken jährlich wenige Hundert Menschen an dem von Nagetieren übertragenen Virus. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) gab es in den vergangenen 25 Jahren hierzulande nur einen Todesfall.

Wie man sich vor einer Infektion schützen kann

Wo keine Nager, da vermutlich keine Gefahr für Hantaviren: Deswegen ist der beste Schutz Prävention. Also, indem man Mäuse und Ratten erst gar nicht in seine Nähe lässt. Und das geht mit Ordnung, Vorratsbehältern und Kontrolle, so das Friedrich-Löffler-Institut. Konkret bedeutet das:

  • Lebensmittel und Tierfutter unzugänglich aufbewahren und über Nacht nicht freistehen lassen.
  • Keine Essensreste auf dem Hauskompost entsorgen
  • Verschließbare Mülleimer verwenden.
  • Mögliche Eindringstellen am Haus abdichten, etwa mit Stahlwolle oder Beton.
  • Mögliche Unterschlüpfe wie Sperrmüllhaufen, Altreifen oder generell Müllhaufen beseitigen.
  • Erkannten Schädlingsbefall zügig bekämpfen oder bekämpfen lassen.

KNA/AFP/rk