Drei Tote auf einem Kreuzfahrtschiff, mehrere Infizierte und der Verdacht einer Übertragung von Mensch zu Mensch: Der aktuelle Hantavirus-Ausbruch auf der „MV Hondius“ weckt bei vielen Menschen Erinnerungen an die Corona-Pandemie. Zu präsent sind noch die Bilder von Lockdowns, Quarantäne und geschlossenen Schulen. Sobald irgendwo ein Virus auftaucht, das potenziell tödlich sein könnte, springt das kollektive Pandemie-Gedächtnis an.

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Doch genau hier ist Differenzierung gefragt. Das Hantavirus ist nicht mit dem Coronavirus vergleichbar. Der entscheidende Unterschied liegt in der Übertragbarkeit. SARS-CoV-2 verbreitete sich damals rasend schnell über die eingeatmete Luft. Beim Hantavirus entstehen die meisten Infektionen jedoch durch Kontakt mit infizierten Nagetieren. In Ausnahmefällen wird das Virus zwar zwischen Menschen übertragen – allerdings nur bei sehr engem und längerem Kontakt.

Globale Vernetzung: Krankheiten breiten sich rasch über Grenzen aus

Das bedeutet allerdings nicht, dass man die aktuelle Entwicklung belächeln sollte. Drei Todesfälle sind keine Randnotiz. Gerade die Bilder eines unter Quarantäne stehenden Kreuzfahrtschiffes zeigen, wie verletzlich unsere global vernetzte Welt ist. Krankheiten reisen heute innerhalb weniger Stunden über Kontinente hinweg – per Flugzeug, Schiff oder Zug. Ein lokaler Ausbruch kann schnell internationale Aufmerksamkeit erzeugen. Genau deshalb ist Vorsicht sinnvoll. Aber Vorsicht ist nicht dasselbe wie Panik.

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Alina Juravel, Redakteurin im Ressort Leben der FUNKE Zentralredaktion.

Die wichtigste Lehre aus Corona sollte deshalb sein, weder in Alarmismus noch in Gleichgültigkeit zu verfallen. Wachsamkeit, transparente Information und schnelles Handeln der Behörden sind derzeit gefragt.