• Seit Ende April läuft der Prozess gegen die Freundin von Fabians Vater
  • Ihr wird vorgeworfen, den achtjährigen Jungen erstochen zu haben
  • Nur fehlt von der Tatwaffe jede Spur

Der achtjährige Fabian wurde ermordet: Zu dieser Erkenntnis gelangten die Ermittler bereits kurz nach dem Fund seiner Leiche an einem Tümpel. Die Obduktionsergebnisse zeigten, dass das Kind aus Güstrow mit sechs Messerstichen getötet wurde. Nur von der Tatwaffe fehlte bislang jede Spur.

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Seit Ende April steht die Freundin des Vaters vor Gericht. Ihr wird vorgeworfen, den achtjährigen Jungen erstochen zu haben. Nun könnte ein neues Beweisstück eine Wende in den Fall bringen, der bislang auf Basis von Indizien verhandelt wird. Wie Staatsanwalt Harald Nowack gegenüber „t-online“ bestätigte, hat ein Zeuge ein Messer gefunden. Es werde derzeit von Spezialisten des Landeskriminalamtes untersucht. Das Portal berichtete später unter Berufung auf Ermittlerkreise, dass es sich nicht um die Mordwaffe handelt. Offiziell bestätigt ist dies bislang nicht.

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Fall Fabian: Ist das Messer die Tatwaffe?

Bereits zuvor hatte Nowak die Erwartungen gedämpft, dass es sich bei dem Gegenstand um die Tatwaffe handelt: Es sei möglich, dass es ein Unbeteiligter in einem Mülleimer entsorgt hat. Dafür spricht etwa, dass Fabians Leiche im Oktober gefunden wurde – das Messer aber erst im Dezember.

Den Verteidigern der Angeklagten scheint die Existenz des Messers bereits seit Längerem bekannt. „Die Staatsanwaltschaft hätte sofort nach der Adresse des Fundorts fragen und dieses Messer sicherstellen müssen“, so Anwalt Thomas Löcker gegenüber „t-online“. Auch Fabians Vater sagte bereits im Prozess über die Existenz des Messers aus. Er und der Finder seien lose bekannt.

Staatsanwaltschaft verdächtigt Vater der Falschaussage

Für die Anwälte könnte eine Lücke in der Beweiskette ein entlastendes Argument für ihre Mandantin sein. Zuletzt war auch der Vater des toten Jungen ins Visier der Ermittler geraten: Die Staatsanwaltschaft verdächtigt ihn der Falschaussage. Die langjährige Beziehung zum Vater und deren Beendigung sollen bei dem vorgeworfenen Mord eine Rolle gespielt haben. Der Vater, der bereits stundenlang in der Verhandlung befragt worden war, hatte zuletzt gesagt, er und die seit November 2025 in U‑Haft sitzende Frau seien inzwischen wieder ein Paar. Er glaube an die Unschuld der Frau. Diese schweigt bislang in dem Prozess.

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Es sei wenig nachvollziehbar, wie ein Zeuge seine Aussage derart ändern könne, betonte Nowack mit Blick auf vorherige Vernehmungen des Vaters unter anderem bei der Polizei. Er sei auch nicht nachzuvollziehen, warum er wieder eine Beziehung zur Angeklagten aufgenommen habe. 

Die Angeklagte habe entsprechend auf ihn eingewirkt. Sie habe eine Wiederaufnahme der Beziehung angestrebt. Nach der Vernehmung von Fabians Vater sei festzustellen, dass ihr das gelungen sei. Der Zeuge sei zudem nicht an einer objektiven Wahrheitsfindung interessiert, denn er habe die Möglichkeiten der Akteneinsicht sowie einer Teilnahme als Nebenkläger nicht genutzt. 

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Einschließlich des vierten Verhandlungstages stehen bis zum 2. Juli noch 14 Termine an. Der Prozess begann am 28. April. Allerdings kündigte der Vorsitzende Richter Holger Schütt an, dass weitere Verhandlungstermine notwendig würden. Noch heute will die Schwurgerichtskammer mit dem Prozessbeteiligten zusätzliche zehn Prozesstage vereinbaren.