Die große muslimische Pilgerreise Hadsch gehört zu den fünf Säulen des Islam. Für jede Muslimin und jeden Muslim ist es Teil der religiösen Pflicht, einmal im Leben nach Mekka zu pilgern – sofern es finanziell und körperlich möglich ist. Dieses Jahr findet der Hadsch vom 24. bis 30. Mai statt. Maßgeblich für die Bestimmung des Datums ist der islamische Mondkalender. Wie im Jahr zuvor werden auch diesmal etwa zwei Millionen Gläubige an den heiligsten Stätten des Islam erwartet.

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Wer es bis nach Mekka geschafft hat, kann sich glücklich schätzen, denn die Planung des Hadsch ist eine organisatorische und finanzielle Mammutaufgabe, die erst einmal bewältigt werden muss. Der wichtigste Grund: die Vielzahl der Gläubigen. 2,9 Milliarden Muslime gibt es auf der Welt. Doch nur etwa zwei Millionen werden pro Jahr für den Hadsch zugelassen. Das Gastgeberland Saudi-Arabien hat ein Kontingentsystem für „muslimische Länder“ eingeführt. Das größte Kontingent steht dabei Indonesien mit etwa 220.000 Plätzen zu. Auch sogenannte „nichtmuslimische“ Länder bekommen nur eine bestimmte Anzahl an Plätzen zugeteilt. Für Deutschland sind es derzeit etwa 4500, für Österreich 800.
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Krieg am Persischen Golf treibt die Flugpreise in die Höhe
Deutsche Pilger müssen den Weg über das offizielle saudische Portal Nusuk Haji gehen und sich dort registrieren, um ein Hadsch-Visum zu ergattern. Ist dies geschehen, müssen komplette Reisepakete mit Flügen, Übernachtungen und Transfers gebucht werden, die je nach Leistung zwischen 7500 und 13.500 Euro kosten. Wer sich den nervenaufreibenden Prozess ersparen will, kann aber auch den Weg über lizenzierte Hadsch-Reiseagenturen gehen, die sich vorher ein festes Kontingent an Plätzen gesichert haben. Doch selbst dies garantiert noch keine Reise nach Mekka. Die Nachfrage übersteigt auch dort meist das Angebot. In der Regel gilt das Prinzip „wer zuerst kommt, malt zuerst“.

Aufgrund der hohen Kosten sparen viele Muslime oft jahrelang für die Pilgerfahrt. Besserung ist nicht in Sicht. Der Krieg der USA mit Iran hat die Kosten noch einmal in die Höhe getrieben. Vor allem die Flugpreise seien gestiegen, sagte die Betreiberin einer Agentur für Mekka-Reisen in Berlin dem WDR.
Geschäfte mit Pilgerreisen: Vorwürfe gegen die saudische Regierung
Ein weiteres Problem dürfte sein, dass das saudische Hadsch-Ministerium die alleinige Oberhoheit über die Pilgerfahrten hat und damit als Monopolist die Preise bestimmen kann. „Man muss auch sagen, dass die saudische Regierung etwas Business treibt. Anstatt auf die Einfachheit und das Wohl der Menschen zu schauen, versucht sie, Geld zu verdienen“, klagt etwa Imam Shakeel Ahmad Umar von der Ahmadiyya-Gemeinde in Köln gegenüber dem WDR.
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Um die Kosten wenigstens etwas zu drücken, empfehlen auf den Hadsch spezialisierte Reiseexperten, bei der Unterkunft und der Verpflegung Abstriche zu machen und statt in einem Hotel etwa in einer der großen Zeltstädte zu nächtigen und sich in lokalen Restaurants oder im Supermarkt zu versorgen, statt teure Verpflegungspakete zu buchen. Wieder andere Gläubige haben einen weiteren Kniff gefunden. Sie reisen in ihre Herkunftsländer und treten von dort aus ihre Fahrt nach Mekka an. Der Deutsch-Syrer Mazen etwa berichtete dem WDR, dass er im vergangenen Jahr von Syrien aus aufgebrochen sei. Von dort sei der Hadsch fast um die Hälfte günstiger gewesen.







