Vor wenigen Tagen hatten sich zwei Pflegedienste in ihrer Not über die Zeitung an die Öffentlichkeit gewandt. Nicht nur die ambulante Pflege ist und bleibt ein Brennpunkt, auch die stationäre Versorgung der Patienten in den Altenheimen ist nicht ausreichend gesichert. Das liegt nicht unbedingt am Geld, sondern eher am fehlenden Personal. Diese körperliche Belastung sorgt für langwierige Ausfälle der Pflegekräfte. Für die verbleibenden Mitarbeiter eine Doppelbelastung, die man nicht auf lange Zeit kompensieren kann. Ein Teufelskreis.

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Dass wir etwas für unsere Gesundheit tun, empfinde ich als selbstverständlich. Solange man gesund bleibt und fit ist, denkt man nicht über Krankheiten nach. Denn es trifft ja immer die anderen. Aber niemand ist davor gefeit. In meinem Arbeitsleben gab es eine Regel, die heute leider nicht mehr angewandt wird. „Rede nur über Dinge, die du selbst kennst, beurteilen kannst und verstehst.“
Das Gefühl, gegen Wände zu laufen, ohne dass man eine Chance hat, sich zu äußern, wenn Argumente nicht gehört werden oder nicht gehört werden wollen, hinterlässt eine Ohnmacht, die vieles im Alltäglichen erschwert.

Beschneidungspfad Margitta Guhn Leserin Seniorenseite
Margitta Guhn plädiert für ein Miteinander in Theorie und Praxis. © Margitta Guhn | Margitta Guhn

Ich verstehe die Sorgen der beiden Pflegedienste sehr gut, denn es geht nicht nur um ihre Existenz. Es geht uns alle an. Es wäre doch sinnvoll, dass sich die, die solche Entscheidungen treffen, vor Ort ein realistisches Bild verschaffen. Theorie und Praxis klaffen deutlich auseinander. Im Gespräch kann es eine für beide Seiten akzeptable Lösung geben. Ansonsten kommt immer nur ein Flickenteppich heraus.