Der Kölner Dom kostet ab 1. Juli 12 Euro Eintritt für Touristen. Das gaben die Kirchenverantwortlichen am Dienstag bekannt. Mit der Gebühr sollen Pflege, Schutz und Betrieb der Kathedrale sichergestellt werden. Wer zum Gottesdienst und zum persönlichen Gebet in den Dom kommt oder eine Kerze anzünden will, soll das weiterhin kostenfrei tun können. Dafür werden in Deutschlands bekanntester Kirche verschiedene Zugangsbereiche geschaffen.

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„Der Dom kostet Geld, der Dom braucht viel Geld“, sagte Domrendant Clemens van de Ven. Das Unesco-Weltkulturerbe koste pro Tag 44.000 Euro. „Da ist natürlich auch der Eintrittspreis von 12 Euro mehr als willkommen.“

Dompropst Guido Assmann betonte, die Zugangsgebühr solle trotzdem sozialverträglich sein. Daher werde es freien Zugang für bestimmte Gruppen – etwa Kinder – sowie Ermäßigungen und freien Eintritt an bestimmten Fest- und Feiertagen geben. „Wir haben das abgewogen. 12 Euro, ich glaube, das ist verträglich in dem Gesamtgefüge“, sagte Assmann.

In Deutschland sind die meisten Kirchen frei zugänglich. Eine Ausnahme ist etwa der Berliner Dom. Ein Besichtigungsticket für die evangelische Kirche kostet 15 Euro. Im Ausland sind Eintrittsgelder üblicher.

Ein Argument für die Einführung ist, dass andere berühmte Kathedralen schon lange Eintritt nähmen. Das ist teilweise richtig. So kostet ein Erwachsenen-Ticket für die St. Paul‘s-Kathedrale in London 27 Pfund (31 Euro), für die Westminster Abbey sind es 31 Pfund (35 Euro). Für ein Standardticket in die Sagrada Família in der spanischen Metropole Barcelona muss man 26 Euro auf den Tisch legen.

Kölner Dom verlangt Eintritt – Prominente Gegenbeispiele

Es gibt allerdings auch prominente Gegenbeispiele: Der Besuch von Notre-Dame in Paris ist kostenlos, obwohl die Kathedrale nach dem verheerenden Feuer von 2019 für Hunderte Millionen Euro restauriert wurde. Ebenso ist der Besuch des Petersdoms in Rom kostenlos.

Kritiker einer Eintrittsgebühr führen außerdem an, dass Köln nicht mit internationalen Touristen-Metropolen wie London zu vergleichen sei. Viele Besucherinnen und Besucher seien einfach Kölner und Menschen aus der Region, auch Durchreisende aus dem unmittelbar benachbarten Hauptbahnhof, die bisher oft zwanglos einen Abstecher in den Dom gemacht hätten. 

Solche Spontan-Besuche würden nun der Vergangenheit angehören. Andere berühmte deutsche Kirchen können zudem kostenlos besucht werden, darunter der Hamburger Michel und die Frauenkirche in München.

dpa/kna/dw