Wegen Korruptionsverdachts im Zusammenhang mit der Fußball-EM 2024 in Deutschland haben Ermittler bundesweit zahlreiche Stadtverwaltungen durchsucht. Das hat eine Sprecherin des Landeskriminalamts (LKA) NRW bestätigt. Die Staatsanwaltschaft Bochum und das LKA Nordrhein-Westfalen ermitteln wegen des Verdachts der Vorteilsannahme und Vorteilsgewährung.

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Mitarbeiter von Stadtverwaltungen sollen tausende EM-Tickets zu Vorzugspreisen erhalten haben. Diese seien von einigen Städten genutzt und unterschiedlich verwendet worden, teilten Staatsanwaltschaft und LKA mit.

Gelsenkirchen: Ex-Stadtmitarbeiter soll EM-Einladung angenommen haben

Im Zentrum der Ermittlungen steht auch ein früherer Mitarbeiter der Stadtverwaltung im nordrhein-westfälischen Gelsenkirchen. Mehr als 150 Ermittler des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen durchsuchten am Mittwochmorgen unter anderem die Stadtverwaltung Gelsenkirchen, die DFB-Zentrale in Frankfurt am Main und Rathäuser in acht weiteren früheren Spielorten. Auch das Privathaus eines 66-jährigen Ex-Mitarbeiters sollte durchsucht werden. Das berichtet die WAZ, die wie diese Redaktion zur FUNKE Mediengruppe gehört.

Konkret geht es darum, dass der damalige Mitarbeiter eine Einladung zum EM-Spiel Spanien gegen Frankreich in München angenommen haben soll. Bei den Reisekosten soll er einen Vorteil in Höhe von 2400 Euro angenommen haben, heißt es. Vermittelt worden sein soll das Angebot von einem 46-jährigen Franzosen, der für die „Euro 2024 GmbH“ arbeitete, einem Joint Venture von DFB und UEFA.

Durchsucht worden sein sollen außerdem die Stadtverwaltungen in Dortmund, Düsseldorf, Köln, Hamburg, Berlin, Frankfurt am Main, Stuttgart und München, wie es weiter hieß. Außerdem stehen im Fokus zwei Unternehmen in Nordrhein-Westfalen und ein Unternehmen in Bayern. Die Ermittlungen dauerten noch an. Die Beschuldigten hätten bislang keine Gelegenheit gehabt, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Es gelte die Unschuldsvermutung.

dpa/jle