Hüte, Sonnenbrillen, Handtücher: Strandverkäufer gehören in vielen Urlaubsregionen zu einem Tag am Meer dazu. Auf der spanischen Insel Ibiza könnte sich das aber bald ändern. Denn sowohl der Verkauf als auch der Kauf von Waren von lokalen Strandhändlern sollen unter Strafe gestellt werden. Händler erwarten demnach Bußgelder von bis zu 750 Euro.

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An dem anderthalb Kilometer langen Strandabschnitt von Ses Salines im Südwesten der Mittelmeerinsel sind manchmal bis zu 20 der Strandhändler unterwegs. Durch den Sand stapfend, bieten sie Strandtücher, Sonnenschirme und -brillen sowie derzeit auch WM-Trikots an. Angeboten werden auch Massagen, kalte Getränke, Eiscreme. Oft sind darunter Produkte mit bekannten Markennamen. Spätestens am Preis wird dann deutlich: Hier handelt es sich um Fälschungen.

Spanien: Harte Strafen für Strandhändler und Touristen auf Ibiza

So beschreibt es das spanische Medium „Diario de Ibiza“. Die Händler seien dabei immer dieselben und würden durchaus professionell agieren. Viele stammten aus dem Senegal. Ihre Ware beziehen sie aus Lagern in Strandnähe. Hergestellt werden die Produkte häufig in China und Indien.

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Händler schieben ihre Waren mit Mühe über den Strand. © picture alliance / dpa / picture | dpa Picture-Alliance / JOSE GOITIA

Bekannt ist aber auch, dass diese Händler nicht nur gefälschte Waren unter die Urlauber bringen, sondern dass das meiste Geld bei kriminellen Banden und den Herstellern dieser Waren landet. Die Arbeitsbedingungen für die Strandhändler sind hart. Viele sind illegal im Land. Das nutzen die Banden aus.

Ibiza: Auch Touristen droht Bußgeld für Strandkäufe

Nun greift die Gemeindeverwaltung von Sant Josep mit ihrer neuen „Verordnung zum bürgerlichen Zusammenleben“ ein, wie die Lokalzeitung schreibt. Am 4. Juli tritt eine Verordnung in Kraft, die diesen Handel unter harte Strafen stellt.

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Auf die fliegenden Händler geht Artikel 49 dieser Verordnung ein. Darin heißt es, der Kauf von Waren bei nicht autorisierten Händlern, wobei es sich bei Strandverkäufern ganz klar um solche handelt, sei verboten. Wer dennoch kauft, riskiert ein Bußgeld in Höhe von 150 Euro. Wer eine Massage in Anspruch nimmt, soll mit 500 Euro bestraft werden. Schilder am Strand sollen Urlauber auf das Verbot hinweisen und abschrecken. Händler jedoch trifft es noch härter: Sie sollen bis 750 Euro zahlen, wenn sie erwischt werden.

Strandurlaub: Behörden suchen Lösungen für fliegende Händler

In dieser Verordnung sind aber auch sehr allgemeine Verhaltensrichtlinien zu finden. Etwa „das Recht auf freie Bewegung, Freizeit und Begegnung unter Achtung der Würde anderer“. Zum anderen gibt es sehr konkrete Regeln für Touristen wie diese: Sie seien verpflichtet, Respekt gegenüber anderen Personen, Institutionen und Bräuchen zu wahren. So können diskriminierende, rassistische, sexistische oder homophobe Handlungen mit bis zu 3000 Euro bestraft werden.

In verschiedenen Urlaubsregionen haben sich die Behörden bereits auf die Suche nach Lösungen gemacht, um der großen Zahl der Händler Einhalt zu gebieten. Am indonesischen Partystrand Kuta Beach hat die Regierung in der Vergangenheit versucht, die große Zahl von 2000 Händlern auf 800 zu reduzieren. Die lizenzierten Verkäufer sind dort anhand einer Nummer zu erkennen, wie die „Welt“ vor drei Jahren schrieb. An Kenias Stränden werden die Händler kostenlos darin geschult, wie sie sich ihren Kunden gegenüber angemessen verhalten, um diese nicht zu belästigen.