Elon Musks Satellitennetzwerk Starlink gilt derzeit als führender Anbieter für Internet aus dem All. Doch ein staatlich unterstütztes Projekt aus China will diese Position nicht länger unangetastet lassen. Die Firma SpaceSail baut seit Kurzem ein eigenes Satellitennetz auf und verfolgt dabei große, internationale Ziele.

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Noch ist der Abstand enorm: Während Starlink mehr als 10.000 Satelliten im Erdorbit betreibt, kommt SpaceSail bislang nur auf einige hundert. Dennoch sieht sich das Unternehmen auf dem Weg in den kommerziellen Betrieb. Nach eigenen Angaben verfügt die Konstellation inzwischen über genügend Satelliten, um erste Anwendungen zu starten. Parallel laufen Gespräche mit Dutzenden Ländern, um weltweit Internetdienste anzubieten.

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Beobachter sehen in SpaceSail eine klare Strategie. Der Gründer der Beratungsfirma Orbital Gateway Consulting, Blaine Curcio, beschreibt das Vorgehen laut The Guardian als gezielt: Das Unternehmen richte sich bewusst an Staaten, in denen Starlink mit politischen oder regulatorischen Hürden konfrontiert sei. Ähnlich wie chinesische Elektroautohersteller auf dem globalen Markt habe SpaceSail dabei Unterstützung aus staatlichen Strukturen im Rücken, so seine Einschätzung.

Staatlich unterstützt und international ausgerichtet

Offiziell heißt das Projekt „SpaceSail Constellation“, in China ist es auch unter dem Namen „Qianfan“ (Tausend Segel) bekannt. Gestartet wurde es 2023 von der staatlich unterstützten Firma Shanghai Spacecom Satellite Technology. Ziel ist es, weltweit schnelles und stabiles Internet bereitzustellen. Auch politische und strategische Motive spielen dabei eine Rolle: In chinesischen Medien wird betont, dass das System künftig unabhängig von westlicher Infrastruktur funktionieren soll. Damit könnten etwa internationale Handelsrouten, diplomatische Missionen oder maritime Projekte besser abgesichert werden.

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Finanziert wird das Vorhaben vollständig in China, unter anderem durch staatliche Forschungseinrichtungen und die Stadt Shanghai. Angaben zur Unternehmensgröße schwanken, deuten aber auf einige Hundert Beschäftigte hin.

SpaceSail setzt auf schnellen Ausbau im Erdorbit

Der Aufbau des Satellitennetzes von SpaceSail hat erst 2024 begonnen. Damals wurden die ersten 18 Satelliten mit einer Rakete ins All gebracht. Es folgten weitere Starts in kurzen Abständen; mittlerweile sind rund 200 Satelliten im Erdorbit aktiv.

Die Betreiber sprechen bereits von einem ersten funktionierenden System für maritime Anwendungen, etwa zur Verfolgung von Schiffen auf hoher See. Bis Ende 2026 soll der Ausbau so weit fortgeschritten sein, dass ein breiter kommerzieller Start möglich wird. Dann könnten rund 648 Satelliten im Orbit sein. Langfristig ist das Ziel deutlich größer: Mehr als 15.000 Satelliten sollen ein weltweites Netz bilden.

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Konkurrenz zu Starlink wächst

Im Vergleich dazu bleibt Starlink deutlich voraus. Das Netzwerk von SpaceX versorgt bereits Millionen Nutzer in mehr als 160 Ländern und Regionen. Auch die Zahl der Satelliten ist um ein Vielfaches höher. Deren Zahl soll künftig sogar auf über 40.000 steigen. Trotzdem wächst der Wettbewerb. SpaceSail plant, bis 2030 mehr als 10.000 Satelliten in Betrieb zu haben. Experten halten den Erfolg zwar für offen, sehen aber eine zunehmende Dynamik im globalen Markt für Satelliteninternet.

SpaceSail versucht zugleich, früh internationale Partner zu gewinnen. Berichten zufolge führt das Unternehmen Gespräche mit rund 30 Staaten. In Brasilien konnte bereits ein Vertrag geschlossen werden, nachdem es dort zuvor Spannungen mit Starlink gegeben hatte. Auch in Kasachstan ist SpaceSail aktiv und hat eine Tochterfirma gegründet. Zudem gibt es Kooperationen mit dem europäischen Flugzeughersteller Airbus, der das System künftig als Internetoption an Bord von Flugzeugen nutzen will.

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Der Ausbau der Satelliteninternet-Netze ist längst Teil eines globalen Wettbewerbs geworden. Neben den USA und China arbeiten auch Europa und andere Länder an eigenen Systemen. Es geht dabei nicht nur um Technik und Internetzugang, sondern auch um strategische Unabhängigkeit und wirtschaftlichen Einfluss im All.