Millionen Menschen besuchen jährlich den malerischen Gardasee im Norden Italiens. Unter deutschen Touristen ist er besonders beliebt. Ausgerechnet jetzt, kurz vor den Sommerferien, kommen alarmierende Nachrichten. Laut der italienischen Tageszeitung „L‘Arena“ hat eine Schadstoffmessung ergeben, dass an drei Stellen des Sees Fäkalbakterien festgestellt wurden. Badestellen seien jedoch nicht betroffen, heißt es in dem Artikel.

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„Die diesjährigen Daten vom venezianischen Ufer des Gardasees zeichnen ein gemischtes Bild, das Aufmerksamkeit erfordert“, sagte Emilio Bianco, ein Sprecher der Umweltkampagne „Goletta dei Laghi“, der Zeitung. Was müssen Reisende nun wissen?

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Wie die Untersuchung ergab, lagen drei der sechs Messpunkte am Ufer des Gardasees in Venetien innerhalb der zulässigen Grenzwerte. Zwei waren verschmutzt und einer wurde als stark verschmutzt eingestuft. Es sei eine Verschlechterung im Vergleich zu 2025 – damals lagen alle Messpunkte innerhalb der Norm, so die Zeitung. „Wir freuen uns zwar über die zunehmende Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte in einigen historisch kritischen Gebieten, sind aber gleichzeitig besorgt über die Verschlechterung“, sagte Bianco.

Betroffen seien die Mündungen der Bäche Bosca, Rielo und insbesondere San Severo. Dort seien verstärkte Überwachungs- und Verschmutzungsmaßnahmen notwendig. Wie Bianco erklärte, sei beim Gardasee, wie auch bei anderen Seen, ein kontinuierliches Engagement der lokalen Behörden und Wasserversorger entscheidend. Nur so können laut Bianco die entsprechende Wasserqualität und auch die Gesundheit der Ökosysteme des Sees garantiert werden.

Verschmutzung am Gardasee: Experte fordert Maßnahmen

Luigi Lazzaro, Präsident der Umweltorganisation Legambiente Veneto, betonte gegenüber „L‘Arena“, dass die neuen Daten zwar Maßnahmen erforderten, die Badestellen laut allen Probenahmen jedoch sicher seien. Als mögliche Ursachen für die Verschmutzung der betroffenen Mündungen sieht er Schwachstellen in den Abwassersystemen sowie mögliche Mängel bei der Entsorgung von Abwässern aus der Tierhaltung.

„Es gilt, entlang der gesamten Wasserversorgungskette einzugreifen und Verschwendung, Ineffizienzen und unsachgemäße Einleitungen zu verhindern, bevor das Wasser den See erreicht. Wir brauchen zeitnahe Kontrollen, Investitionen und die volle Rechenschaftspflicht aller beteiligten Verwaltungsebenen“, sagte Lazzaro. Für den Urlaub in Italien gilt in diesem Sommer am Gardasee: Offizielle Badestellen sind laut aktuellen Messungen unbedenklich.