Im Prozess um den Tod des achtjährigen Fabian aus Güstrow hat ein langjähriger Freund von Fabians Vater Matthias R. Aussagen gemacht, die den bisherigen Schilderungen des Vaters teilweise widersprechen. Der Zeuge Stefan E. schilderte vor dem Landgericht Rostock eine Reihe von Gesprächen, die er laut „Bild“ nach dem Verschwinden des Jungen mit Matthias R. geführt haben will.

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Wie die Zeitung unter Berufung auf die Aussagen des Freundes berichtet, habe Matthias R. bereits am Abend des 14. Oktober einen konkreten Verdacht geäußert. „Von dem Moment an, als ich angekommen bin, hat er klipp und klar gesagt: Gina hat etwas mit dem Mord zu tun“, soll der Zeuge vor Gericht ausgesagt haben.

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Damit habe Stefan E. einer früheren Darstellung von Matthias R. vor Gericht widersprochen. Der Vater habe erklärt, an diesem Abend stark alkoholisiert gewesen zu sein. Der Freund schilderte die Situation laut „Bild“ anders: Matthias habe zwar Alkohol getrunken, auf ihn habe er jedoch nicht betrunken gewirkt. „Er war klar und orientiert“, sagte der Zeuge.

Auch die Fahrt nach Reimershagen sei nach seiner Erinnerung von Matthias R. ausgegangen. Dieser habe ihn gebeten, gemeinsam dorthin zu fahren. Zuvor habe Matthias R. ihm gesagt: „Er meinte, er wüsste, wer es war.“

Vater soll später an Verdacht gezweifelt haben

Der Zeuge habe außerdem berichtet, Matthias R. habe seine Einschätzung später verändert. Während er Gina H. zunächst für verantwortlich gehalten haben soll, habe er später Zweifel bekommen.

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Matthias habe von Widersprüchen in den Ermittlungsakten erzählt und darauf hingewiesen, dass die Tatwaffe fehle. „Er bräuchte einen Beweis, dass Frau H. schuldig ist, sonst könne er es nicht glauben“, gab Stefan E. die Worte seines Freundes laut der Zeitung wieder.

Warum Matthias R. einige dieser Gespräche später bestritten habe, könne der Zeuge nach eigener Aussage nicht nachvollziehen. „Seit ich das gelesen habe, überlege ich und kann es mir nicht erklären“, sagte er. Einen Streit zwischen ihm und Matthias R. habe es nie gegeben. „Manchmal sagt man ja: Liebe macht doof.“

Aussagen über Beziehung zu Gina H.

Der Freund habe sich auch zum Verhältnis zwischen Matthias R. und Gina H. geäußert. Nach der Trennung habe Matthias auf ihn „gelöst und erleichtert“ gewirkt. Besonders belastet habe ihn aus Sicht des Zeugen, dass Gina H. ihn kontrolliert habe.

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Der Zeuge sei bei früheren Angaben geblieben, wonach Matthias R. ihm von Handy-Kontrollen und Videotelefonaten berichtet habe. „Er hat mir das so erzählt. Ich war nicht alleine. Es war nicht jeden Tag so, aber es gab diese Situation.“ Nach der Trennung habe Matthias außerdem wieder regelmäßiger Kontakt zu Fabian gehabt. Er habe erzählt, dass die beiden gemeinsam ein Baumhaus bauten und sich fast jedes Wochenende sahen.

Von erneuter Beziehung nichts gewusst

Über eine spätere erneute Beziehung zwischen Matthias R. und Gina H. habe er nach eigener Aussage nichts gewusst. Als Richter Holger Schütt darauf hinwies, dass Matthias R. im Prozess von einer erneuten Beziehung gesprochen hatte, reagierte der Zeuge überrascht. Im Februar habe Matthias ihm noch gesagt: „Ich hab die Schnauze voll von Weibern. Ich will keine mehr, ich bleibe ewig Single.“

Der Prozess gegen Gina H. vor dem Landgericht Rostock wird fortgesetzt. Die Angeklagte muss sich wegen einer möglichen Beteiligung am Tod des achtjährigen Fabian verantworten. Es gilt die Unschuldsvermutung.