Feuerwehrleute in Schutzanzügen, Absperrbereiche und ein großes Rätselraten: In der kleinen Küstenstadt Forrest Beach nördlich von Townsville im Nordosten von Australien sind seit Freitag sechs graue, schwer zu definierende Kugeln gefunden worden. Die Entdeckungen lösten einen Großeinsatz der Feuerwehr aus, nachdem anfangs unklar war, was man da überhaupt vor sich hatte.

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Schon am Wochenende war vermutet worden, dass es sich bei dem Fund um sogenannte „Space Balls“ – also Bälle aus dem All – und damit Weltraummüll handeln könnte. Doch was genau die kugelförmigen Objekte waren, konnte zunächst nicht geklärt werden.
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Mysteriöse Funde in Australien: „Auf keinen Fall anfassen“
Montag brachte dann jedoch die Erklärung: Laut der Australian Space Agency handelt es sich wohl tatsächlich um Schrott aus dem All. Und es gab Entwarnung – die gefundenen Gegenstände seien ungefährlich. Ein Vertreter der Behörde teilte mit: „Die Gegenstände scheinen Druckbehälter einer Trägerrakete zu sein.“ Man habe eine wahrscheinliche Herkunft ausmachen können – Fundstelle und Beschaffenheit der Gegenstände passten zu Überresten eines Raketenkörpers, der unlängst aus seiner Umlaufbahn in die Atmosphäre zurückgekehrt sei. Man arbeite mit ausländischen Behörden zusammen, um Rakete und Startland endgültig zu identifizieren.
Trotz der Entwarnung lautet die Empfehlung der Behörde an die Bevölkerung: „Vermutlichen Weltraummüll darf man auf keinen Fall anfassen, bewegen oder einsammeln.“ Vielmehr solle man davon ausgehen, dass er gefährlich sein könnte. Deswegen sollten Finder solche Trümmer nie selbst entfernen, sondern stets die Rettungsleitstelle verständigen. Laut der Space Agency ist es möglich, dass noch weitere Trümmerteile an Land gespült werden.
Er lebt tief im Pazifik:
„Space Balls“ in Australien: Sechs Gegenstände an den Strand gespült
Für Alice Gorman, Professorin für Weltraumarchäologie an der Flinders University, ist der Vorfall nichts Außergewöhnliches. Die kugelförmigen Druckbehälter gehören zu den häufigsten Sorten von Weltraummüll und tragen daher den Beinamen „Space Balls“ – nicht gleichzusetzen mit der amerikanischen Weltraumkomödie gleichen Namens aus den 1980er-Jahren. „Viele Raketen und Raumfahrzeuge verfügen über Flüssigtreibstoffsysteme, bei denen die Treibstoffe unter hohem Druck in besonders robusten Druckbehältern gespeichert werden“, erläuterte Gorman dem staatlichen australischen Sender ABC. „Diese Komponenten des Treibstoffsystems überstehen den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre häufig, weil ihre Schmelzpunkte über den Temperaturen liegen, die dabei entstehen.“
Der Feuerwehr von Queensland zufolge wurden die insgesamt sechs Gegenstände an den Strand gespült. Fünf seien „in Behältern“ aufbewahrt worden, ein sechstes gesichert worden. Laut der Polizei wird kein Ermittlungsverfahren wegen des Vorfalls eingeleitet. Dass es ausgerechnet Down Under trifft, ist laut Gorman kein Zufall. Weltraummüll komme meistens über dem Meer herab, aber Australien habe eine riesige Landfläche, weshalb hier relativ viel Weltraummüll lande.
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Experten vermuten 30.000 Trümmerteile in der Umlaufbahn
Tatsächlich befinden sich Schätzungen zufolge über 30.000 Trümmerteile in der Umlaufbahn, von funktionsfähigen Satelliten bis zu ausgedienten Raketensegmenten. Der Grund liegt in der Häufung von Raketenstarts, meint Gorman: „Wir werden das öfter erleben – je mehr Raketenstarts, desto mehr Weltraummüll.“
Während die mysteriösen Kugeln Behörden und Experten beschäftigten, bescherten sie den Menschen in Forrest Beach vor allem eines: unverhoffte Berühmtheit. Der lokale Imbiss „Forrest Beach Takeaway“ nahm kurzerhand eine „Weltraumschrott-Snackbox“ mit ins Angebot und bewarb diese auf Facebook mit einem Außerirdischen und einer startenden Rakete.





