Die ersten Mähdrescher rollen bereits über die Felder im Altenburger Land. Nach der außergewöhnlichen Hitzewelle Ende Juni beginnt die diesjährige Ernte früher als gewohnt, informiert der hiesige Kreisbauernverband. Die Landwirte blicken mit Sorge auf die Felder.

Hitze lässt Ernte früher starten

Während die Wintergerste vielerorts planmäßig abreift, bereitet vor allem der Weizen den Landwirten Sorgen. Die Folgen der extremen Temperaturen könnten sich bei Ertrag und Qualität deutlich bemerkbar machen.

Aktuelle Nachrichten aus dem Altenburger Land

Eigentlich beginnt die Haupternte im Altenburger Land erst Mitte Juli. Doch die große Junihitze hat die Entwicklung vieler Bestände beschleunigt. Bereits in der ersten Juliwoche berichtete der Thüringer Bauernverband von einer vorgezogenen Abreife erster Gerstenflächen.

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Auch Denis Fischer, Vorstand der Kriebitzscher Agrargenossenschaft eG, beobachtet den frühen Start. „Die Wintergerste wäre ohnehin gekommen, das geht vielleicht ein paar Tage eher los“, sagt er. Noch hofft er, dass die hohen Temperaturen bei dieser Kultur keine gravierenden Auswirkungen auf die Erträge haben werden.

„Am Montag war nichts Grünes mehr da“

Ganz anders stellt sich die Situation beim Weizen dar. Die Hitze Ende Juni traf die Pflanzen in einer besonders sensiblen Entwicklungsphase.

„Vor allem für den Weizen. Der ist noch im Ertragsaufbau und am Hitzewochenende regelrecht verbrannt“, berichtet Fischer. Die Veränderung auf den Feldern sei innerhalb weniger Tage sichtbar geworden.

Noch kurz vor dem heißen Wochenende seien die Bestände sattgrün gewesen. Als die Landwirte am Montag danach wieder auf die Felder blickten, bot sich ein anderes Bild: weiße Ähren, eingerollte Blätter und kaum noch grüne Pflanzenteile.

„Die Assimilationsfläche ist verloren gegangen. Das hat sicher richtig Ertrag gekostet“, sagt Fischer.

Wie hoch die tatsächlichen Verluste ausfallen werden, lässt sich derzeit nicht beziffern. Klar ist jedoch: Die außergewöhnliche Wetterlage dürfte sich auf die diesjährige Weizenernte auswirken.

Ernteablauf gerät durcheinander

Die Kriebitzscher Agrargenossenschaft gehört traditionell zu den ersten Betrieben im Altenburger Land, die mit der Weizenernte beginnen. Ursache sind die sogenannten Kippenflächen – rekultivierte ehemalige Tagebaugebiete mit vergleichsweise geringem Wasserhaltevermögen.

Normalerweise folgt auf die Gerstenernte eine Pause von zehn bis 15 Tagen, bevor die ersten Weizenflächen gedroschen werden können. In diesem Jahr könnte dieser Abstand nahezu wegfallen.

„Der Weizen ist viel früher als in anderen Jahren, weil er so verbrannt ist, ohne groß Ertragsaufbau gemacht zu haben“, erklärt Fischer. Wenn die Arbeiten in der Gerste abgeschlossen sind und das Wetter mitspielt, könnte unmittelbar anschließend die Weizenernte beginnen.

Hoffnung für Mais und Rüben

Etwas entspannter fällt der Blick auf andere Kulturen aus. Die Niederschläge Anfang Juli kamen für Mais und Zuckerrüben gerade noch rechtzeitig.

„Die haben natürlich auch gelitten, aber sie profitieren vom Erntetermin im Herbst und haben noch Zeit“, sagt Fischer. Die Pflanzen können in den kommenden Wochen weiterhin wachsen und mögliche Schäden zumindest teilweise ausgleichen.

Bauern warnen vor Brandgefahr

Mit den trockenen Beständen steigt auch die Gefahr von Feldbränden. Hohe Temperaturen, Wind und Erntetechnik können schnell zu gefährlichen Situationen führen.

Der Thüringer Bauernverband appelliert deshalb an die Bevölkerung, in den kommenden Wochen besonders vorsichtig zu sein. Auch Fischer bittet darum, keine Zigarettenkippen achtlos wegzuwerfen und auf offenes Feuer in der Nähe von Feldern zu verzichten.

„Wenn etwas nicht vollständig gelöscht ist und neben einem erntereifen Feld landet, sorgt das für enorme Schäden“, warnt er.

Verständnis für Ernteverkehr gefragt

Die Landwirte im Altenburger Land werben zugleich um Verständnis für den verstärkten Einsatz von Landmaschinen. Während der Erntezeit sind Traktoren, Mähdrescher und Transportfahrzeuge häufig auch bis in die Abendstunden unterwegs.

Jeder trockene Tag zählt. Denn nach den Wetterextremen der vergangenen Wochen geht es nun darum, die Ernte unter schwierigen Bedingungen möglichst vollständig einzubringen und die wirtschaftliche Grundlage der Betriebe zu sichern.