Eine der bekanntesten Touristenattraktionen Griechenlands ist in Gefahr: das Schiffswrack in der Schmugglerbucht auf der Insel Zakynthos. Wind und Wellen setzen der rostigen Sehenswürdigkeit immer stärker zu – schon bald könnte sie ganz verschwunden sein. Nun haben Ingenieure einen Rettungsplan entwickelt. Gelingt das Vorhaben, könnte auch der seit vier Jahren gesperrte Strand wieder für Besucher geöffnet werden.

Jeden 2. Sonntag
Ein FUNKE Liebe
Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Der Navagio-Strand auf Zakynthos im Ionischen Meer, bei deutschen Urlaubern auch als Schmugglerbucht bekannt, zählt zu den beliebtesten Fotomotiven Griechenlands. Eingebettet zwischen 220 Meter hohen Kalsteinwänden ist die Bucht mit ihrem weißen Kiesstrand nur vom Meer aus erreichbar. Hier strandete 1980 während eines Sturms der Frachter „Panagiotis“. Der Legende nach transportierte das Schiff geschmuggelte Zigaretten von der Türkei nach Italien. Das rostige Wrack wurde im Laufe der Jahrzehnte zum Wahrzeichen der Insel.
- Sommerurlaub: Hitze – Arzt warnt vor diesen Urlaubszielen und nennt 4 Kriterien
- Urlaubsplanung: „Touristen sind wie Lemminge“ – Wohin Sie nicht reisen sollten
- Fliegen: Flugangst: Piloten verraten, welche Tipps wirklich helfen
- Beliebte Insel: Mallorca als Sauf-Hotspot? Experte: „Ehefrau ist nicht dabei“
- Reisen: Mäuse, Dreck, Verspätung: Wie schlimm ist es im FlixTrain?
Doch die Attraktion ist akut bedroht. Anfang 2024 rissen schwere Winterstürme das Wrack in zwei Teile. Seitdem sinken die Überreste immer tiefer in den Sand. „Es ist eine Tragödie“, sagt Inselbürgermeister Giorgos Stasinopoulos.
Strand in Griechenland gesperrt: Urlauber verletzt
Nicht nur das Wrack ist gefährdet. Auch der Strand selbst ist seit vier Jahren gesperrt. Nachdem sich Felsbrocken aus den Steilwänden gelöst und Urlauber verletzt hatten, untersagte das Tourismusministerium 2022 den Zugang. Im Februar verlängerten die Behörden die Sperrung vorerst bis zum 31. Oktober. Ausflugsboote dürfen die Bucht zwar weiterhin ansteuern, müssen jedoch mindestens 50 Meter Abstand zur Küste halten und dürfen keine Badegäste an Land bringen. Auch das Schwimmen in der Bucht ist verboten. Noch sind die Bootstouren beliebt. Doch verschwindet das Wrack, dürfte auch das Interesse der Besucher nachlassen.
Experten der Nationalen Technischen Universität Athen haben deshalb einen Plan entwickelt, der den Verfall des Wracks zumindest verlangsamen soll. Durch die Aufschüttung von 45.000 Kubikmetern Kies und Sand soll der Strand um rund 30 Meter verbreitert werden. Die zusätzliche Strandfläche soll verhindern, dass die Brandung der Winterstürme das Wrack direkt erreicht und weiter zerstört.
Urlaub in Griechenland
Schiffswrack in Griechenland: Vorhaben umstritten
Vor wenigen Tagen schrieb der staatliche griechische Wachstumsfonds im Auftrag der Gemeinde Zakynthos die Arbeiten aus. Das Projekt ist auf 3,9 Millionen Euro veranschlagt. Verwendet werden sollen Kies aus einem Steinbruch und grobkörniger Sand. Das Material wird per Frachtschiff in die Bucht gebracht und mithilfe von Schwimmkränen im Meer aufgeschüttet, das hier etwa sieben Meter tief ist.
Ein Forscherteam der Technischen Hochschule um die Professoren Dimitris Kaliambakos und Viky Tsoukala hat Wellengang und Strömungen in den vergangenen zwei Jahren detailliert untersucht. In einer zweiten Phase will die Gemeinde Zakynthos das Wrack für rund 2,5 Millionen Euro rekonstruieren und so konservieren lassen, dass es nicht noch weiter zerfällt.
Ob das Konzept der Strandaufschüttung tatsächlich funktioniert, werde sich allerdings erst nach etwa zwei Jahren zeigen, sagt Professorin Tsoukala. Das Vorhaben ist nicht unumstritten. Manolis Vasilakis, Professor für Geologie an der Universität Athen, äußerte gegenüber der Zeitung „Kathimerini“ Zweifel an dem Plan. Er hält das Vorhaben für einen massiven Eingriff in die Natur und fragt, ob es Sinn macht, „mehrere Millionen Euro in den Antransport von zehntausenden Tonnen Kies zu investieren, die sehr schnell wieder vom Meer weggespült werden“.
- Risk Map: Gefährliche Reiseziele – In diesen Ländern sollten Sie keinen Urlaub machen
- Reiseplanung: Brückentage 2025 – So holen Sie die meisten freien Urlaubstage heraus
- Urlaub: Das ist der beste Zeitpunkt, um eine Reise zu buchen
- Richtig buchen: Reisebüro gegen Internet – So kann man am meisten sparen
- Sparen: Flug für 29 Euro – Schnäppchen oder Abzocke? Experte sieht Gefahr
Schiffswrack: Trotz Absperrung starb beinahe ein Tourist
Die Politiker und Tourismusunternehmer auf Zakynthos hoffen, dass die Millionen nicht den Sand gesetzt sind. Dionysios Aktypis, der die Insel als Abgeordneter im griechischen Parlament vertritt, sprach anlässlich der Ausschreibung von einem „historischen Tag für Zakynthos“. Das Schiffswrack sei „nicht nur das Wahrzeichen von Zakynthos, sondern eines der bekanntesten Naturdenkmäler Griechenlands“, so der Abgeordnete.
Gelingt die dauerhafte Verbreiterung des Strandes, könnte auch die Sperrung aufgehoben werden. Badegäste hätten dann ausreichend Abstand zu den Steilwänden. Bis dahin bleibt Besuchern nur der Blick von den Aussichtspunkten oberhalb der Bucht. Dort gibt es Absperrungen und Warnhinweise.
Wie wichtig es ist, sie nicht zu ignorieren, zeigte sich vor zwei Wochen: Ein 22-jähriger Tourist aus den USA rutschte beim Versuch, ein Selfie zu machen, aus und wäre beinahe 200 Meter in die Tiefe gestürzt. Eine kleine Kiefer fing seinen Fall nach rund zehn Metern ab und rettete ihm das Leben. Der Mann konnte sich an dem Baum festklammern, bis ihn 20 Feuerwehrleute mit Spezialausrüstung aus der Felswand bargen. Er erlitt nur leichte Verletzungen.




