Astronomen haben einen wichtigen Schritt bei der Suche nach lebensfreundlichen Welten außerhalb unseres Sonnensystems gemacht: Auf dem Exoplaneten LHS 1140b konnten sie Hinweise auf eine Atmosphäre nachweisen. Der Planet ist zwar nicht die zweite Erde – doch seine Eigenschaften machen ihn für die Forschung besonders interessant.

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LHS 1140b liegt einige Dutzend Lichtjahre von der Erde entfernt und umkreist einen kleinen, kühlen Stern. Der Planet befindet sich in der sogenannten habitablen Zone. Dort sind die Temperaturen grundsätzlich so, dass flüssiges Wasser möglich sein könnte. Genau deshalb gilt diese Region bei der Suche nach möglichen Lebensräumen im All als besonders spannend.

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„Wir haben keinerlei Beweise für Leben auf diesem Planeten“, betonte der Planetologe Collin Cherubim laut der New York Times. Aber die grundlegenden Voraussetzungen, die für einen bewohnbaren Planeten wichtig seien, könnten vorhanden sein.

Erstmals klare Hinweise auf Atmosphäre eines Gesteinsplaneten

Die neuen Beobachtungen zeigen, dass LHS 1140b wahrscheinlich eine Atmosphäre besitzt, die große Mengen Helium enthält. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht.

Eine Atmosphäre ist für einen Planeten entscheidend: Sie kann Wasser auf der Oberfläche halten, die Temperaturen ausgleichen und vor gefährlicher Strahlung aus dem All schützen. Bei großen Gasplaneten haben Wissenschaftler bereits mehrfach Atmosphären untersucht. Bei kleineren, felsigen Planeten ist das deutlich schwieriger, weil sie weniger Lichtsignale hinterlassen.

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Bei LHS 1140b gelang nun der Nachweis von Helium in den oberen Schichten der Atmosphäre. Die Messungen deuten darauf hin, dass das Gas teilweise ins Weltall entweicht.

Ein Planet mit wechselnder Atmosphäre

Besonders überraschend war eine weitere Beobachtung: Bereits im Jahr 2024 fanden die Forscher deutliche Hinweise auf entweichendes Helium. Bei einer erneuten Untersuchung im Jahr 2025 konnten sie dieses Signal jedoch nicht mehr feststellen.

Für die Wissenschaftler bedeutet das, dass sich die Atmosphäre des Planeten offenbar verändert. „Wir beobachten, wie sich die Atmosphäre eines Planeten, der in vielerlei Hinsicht der Erde ähnelt, in Echtzeit verändert“, sagte der Planetologe Shreyas Vissapragada gegenüber der New York Times.

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Dass sich die Menge des nachweisbaren Heliums verändert, war für die Forscher unerwartet. Ähnliche Schwankungen wurden zwar schon bei Gasriesen beobachtet, bei einem felsigen Exoplaneten ist dieses Phänomen jedoch erstmals nachgewiesen worden.

Ein schwieriger Lebensraum

Trotz der spannenden Entdeckung unterscheidet sich LHS 1140b deutlich von der Erde. Der Planet ist größer und schwerer als unser Heimatplanet und benötigt für eine Umrundung seines Sterns weniger als 25 Tage. Außerdem zeigt er seinem Stern vermutlich immer dieselbe Seite – dort gibt es also keinen normalen Wechsel von Tag und Nacht.

Auch die Atmosphäre wäre anders als auf der Erde. Während unsere Luft vor allem aus Stickstoff besteht, scheint LHS 1140b in den oberen Bereichen von Helium geprägt zu sein.

Ob Leben unter solchen Bedingungen möglich wäre, ist bislang unklar. Forscher haben allerdings bereits untersucht, ob einfache Organismen wie Hefen oder Bakterien unter einer reinen Helium-Atmosphäre überleben könnten.

Hoffnung auf weitere erdähnliche Welten

Der Stern von LHS 1140b gehört zu den sogenannten Roten Zwergen. Diese Sterne sind kleiner und kühler als unsere Sonne und machen es einfacher, kleine Planeten in ihrer Nähe zu entdecken. Gleichzeitig können sie durch starke Strahlung die Atmosphären naher Planeten zerstören.

Der Stern von LHS 1140 gilt jedoch als vergleichsweise ruhig. Deshalb sehen Wissenschaftler den Planeten als besonders interessantes Ziel für weitere Untersuchungen.