Der Kulturpreis der Deutschen Fastnacht des Bundes Deutscher Karneval (BDK) geht dieses Jahr an die Thüringer Volkskundlerin Juliane Stückrad aus Eisenach. „Mit dieser Entscheidung schreibt der Kulturpreis Geschichte“, erklärt der Landesverband Thüringer Karnevalvereine e. V.. „Erstmals erhält eine Frau diese höchste kulturelle Auszeichnung des BDK. Gleichzeitig wird der Preis erstmals an eine Persönlichkeit aus Thüringen und erstmals in die neuen Bundesländer vergeben.“

Auszeichnung mit Signalwirkung

Mit Juliane Stückrad werde eine Wissenschaftlerin ausgezeichnet, die sich seit vielen Jahren intensiv mit der Kulturgeschichte, Volkskunde und den regionalen Ausprägungen des Faschings im ländlichen Raum beschäftigt. Ihre Arbeiten würden einen wichtigen Beitrag dazu leisten, diese Kultur nicht nur zu bewahren, sondern sie wissenschaftlich einzuordnen, weiterzuentwickeln und für kommende Generationen verständlich zu machen, so der Landesverband.

Der Hit «Karnevalsmaus»
Karneval hat in Thüringen eine jahrhundertelange Tradition, Dutzende Umzüge im ganzen Land ziehen regelmäßig zehntausende Besucher an.© dpa | Andreas Arnold

„Gerade weil Juliane Stückrad einer vergleichsweise jungen Wissenschaftlergeneration angehört, besitzt diese Auszeichnung eine besondere Signalwirkung. Sie zeigt, dass die wissenschaftliche Beschäftigung mit unserer Kultur lebt und auch künftig engagiert weitergeführt wird“, so Christoph Matthes, Präsident des Landesverbandes Thüringer Karnevalvereine.

Mit dem Kulturpreis zeichnet der BDK alle drei Jahre Persönlichkeiten aus, die sich um die Erforschung, Dokumentation, Vermittlung und Weiterentwicklung der Kultur von Fasching, Fastnacht und Karneval verdient gemacht haben.

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Preisverleihung in Berlin ehrt Thüringen als Kulturland

Für den Thüringer Landesverband besitzt die Preisverleihung eine besondere Bedeutung: „Diese Ehrung ist nicht nur eine Auszeichnung für Juliane Stückrad persönlich. Sie ist zugleich eine Würdigung Thüringens als bedeutendes Kulturland und ein Zeichen dafür, dass auch die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Fasching, Fastnacht und Karneval in den neuen Bundesländern bundesweite Anerkennung findet“, so Matthes. Der Preis wird am 29. August 2026 in Berlin überreicht. ig