Der Volksmund liegt falsch: Bald gibt es Glück doch zu kaufen. Bei der Psychotherapie wird mit dem Beitragsstabilisierungsgesetz schon zum zweiten Mal in diesem Jahr eingespart, das trifft hauptsächlich Kassenpatienten. Für sie wird voraussichtlich die Anzahl der Therapiestunden gedeckelt und reduziert.
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Essenziell für das Leben und Überleben von Betroffenen
Wenn die Psychotherapeuten ihre Terminkalender in Zukunft über die Maßgabe ihres Kassensitzes füllen wollen, müssen sie dies mit Privatpatienten und Selbstzahlern tun. Dabei ist Therapie für viele Menschen kein Luxus, sondern Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben und in Härtefällen für ihr Überleben.

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Die Beispiele sind endlos: Menschen, die wegen Depressionen oder Angststörungen ihre Wohnung tagelang nicht verlassen können, die durch einen Burn-out arbeitsunfähig werden oder durch Magersucht und Suchterkrankungen ins Krankenhaus kommen.
Schlechte Situation für Kassenpatienten weiter verschlimmern
Dabei gibt es schon jetzt nicht genug Therapieplätze: Die Wartelisten vieler Praxen sind monate-, wenn nicht gar jahrelang. Menschen, die psychisch stark belastet sind, müssen Listen mit Telefonnummern abtelefonieren und häufig Absagen kassieren, bevor sie die Möglichkeit bekommen, ihre Erkrankung behandelt zu bekommen – wenn sie so lange durchhalten.
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Wenn Therapieplätze für gesetzlich Versicherte wegfallen, dann bleiben mehr Plätze für privat versicherte und Selbstzahler. Menschen, die sich das nicht leisten können, werden vermutlich noch mehr Probleme bei der Suche nach einem Therapieplatz bekommen. Gerade diese Patienten im Stich zu lassen und mentale Gesundheit an den Geldbeutel zu knüpfen, ist ein Armutszeugnis für den Sozialstaat.
- Bei akuten psychischen Krisen wenden Sie sich bitte an die bundesweite Notfallnummer 116 117 (ärztlicher Bereitschaftsdienst) oder in lebensbedrohlichen Situationen an den Notruf 112. Hilfe finden Sie auch bei der Telefonseelsorge unter 0800/111 0 111 oder 0800/111 0 222.






