Erst loben sie die Pizza, dann gehen sie, ohne zu bezahlen. Ein Vorfall in einer bekannten Pizzeria in der sizilianischen Stadt Catania sorgt in Italien für Diskussionen über das Verhältnis zwischen Restaurants und Influencern. Der Betreiber Lele Scandurra hat genug von ihnen – und hängt ein deutliches Schild an seine Tür: „Influencer sind nicht willkommen“.

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Auslöser war laut Scandurra ein Abend in seiner Pizzeria „L’Evoluzione“. Ein Influencer mit mehr als 400.000 Instagram-Followern war mit einem Freund zum Essen gekommen. Eine Zusammenarbeit war nicht vereinbart, die Reservierung erfolgte wie bei jedem anderen Gast. Die Rechnung: rund 60 Euro. Doch an der Kasse tauchten die beiden nach Angaben des Wirts nicht auf. Scandurra habe zunächst noch an ein Missverständnis geglaubt und draußen nach den Gästen gesucht. Eine Erklärung blieb jedoch aus.
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Italienischer Wirt genervt von Influencer-Werbemasche
Für den Gastronom ist der Fall mehr als ein unbezahlter Restaurantbesuch. Scandurra hatte in der Vergangenheit selbst mit Food-Bloggern und Influencern zusammengearbeitet. Inzwischen sieht er die Branche jedoch kritisch. Manche Gastronomen, so seine Beobachtung, würden Essen oder andere Vergünstigungen anbieten und im Gegenzug auf Reichweite und positive Beiträge hoffen.
„Wenn ein Restaurant ein Essen spendiert oder eine Kooperation bezahlt, kann es schnell zum besten Lokal der Stadt werden. Wenn die Gratisleistungen ausblieben, verschwinden dagegen häufig auch die Beiträge“, kritisiert Scandurra laut Medien. Seine Botschaft richtet sich deshalb nicht nur an Influencer, sondern auch an die Restaurantbranche: Wer als Gast kommt, soll bezahlen – unabhängig davon, wie viele Menschen ihm in den sozialen Netzwerken folgen.

Italiens Influencer werden von Medienaufsicht überprüft
Der Streit fällt in eine Zeit, in der Influencer in Italien zunehmend als Werbegesichter auftreten. Die Medienaufsicht AGCOM hat ein Register für besonders reichweitenstarke Influencer eingeführt. Betroffen sind unter anderem Personen mit mindestens 500.000 Followern oder durchschnittlich einer Million monatlichen Aufrufen auf einer Plattform. Mit der Registrierung gelten für sie bestimmte Regeln, etwa zur Kennzeichnung von Werbung, zum Jugendschutz und zum Umgang mit Hassrede und diskriminierenden Inhalten.
Mehr über das Essen in Italien
Auch kommerzielle Beiträge müssen klar als Werbung erkennbar sein. Der Fall aus Catania zeigt damit eine Entwicklung, die über die Frage einer unbezahlten Rechnung hinausgeht: Influencer sind längst zu einem Wirtschaftsfaktor geworden. Für Scandurra ist die Sache jedenfalls klar: Wer zum Essen kommt, ist willkommen. Aber die Reichweite ersetzt nicht die Rechnung.




