Nach Wochen extremer Hitze hat sich das Wetter in Teilen Norditaliens abrupt gedreht. Heftige Gewitter, Starkregen und Sturmböen sorgten in der Toskana für umgestürzte Bäume, Überschwemmungen und Stromausfälle. Für viele Urlauber wurde aus dem Hochsommer innerhalb weniger Stunden ein Wetterumschwung mit erheblichen Behinderungen. Besonders schwer getroffen wurde die Urlaubsregion Toskana.

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Nach Angaben der lokalen Behörden waren am Freitagmorgen rund 6000 Stromanschlüsse ohne Versorgung, mehr als 2000 davon in der Provinz Pistoia. Auch Telefonanlagen waren in einigen Gebieten betroffen. Die Behörden warnten zugleich vor weiteren Gewittern und verlängerten die orangefarbene Unwetterwarnung bis 18 Uhr. Viele Touristen entschlossen sich, wegen der schlechten Wetterprognosen ihren Aufenthalt zu verkürzen.
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Unwetter in Italien: Bevölkerung soll Parks & Co. meiden
In der Nacht wurden in der Region mehr als 23.000 Blitze registriert. An der Küste wurden zudem Sturmböen von mehr als 100 Kilometern pro Stunde gemessen. Das Unwetter hinterließ vielerorts Spuren. In Pescia stürzte ein Teil der Mauer eines Stadions ein. In Pontedera wurden drei Dächer beschädigt. In Grosseto riss eine Windhose das Dach eines Gebäudes ab. Die Feuerwehr musste dort in der Nacht zahlreiche lose Dachziegel und Trümmer sichern. In Pisa wurden unter anderem gefährdete Fassadenteile und Dächer gesichert.
Ein Feuerwehrmann verletzte sich bei einem Einsatz und wurde zur Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht. Auch in Florenz kam es zu Behinderungen. Ein Baum stürzte auf die Stromleitung der Straßenbahn und unterbrach den Betrieb vorübergehend. Die Strecke konnte nach der Beseitigung des Baumes wieder freigegeben werden. Beschädigt wurden auch ein Auto und drei Motorroller.
Besonders betroffen war der Verkehr auf der Schnellstraße zwischen Florenz, Pisa und Livorno. Starkregen und umgestürzte Bäume blockierten zeitweise Fahrspuren. Autofahrer mussten teilweise im Schritttempo weiterfahren. Auch in anderen Teilen der Region kam es zu Überschwemmungen und Verkehrsbehinderungen. Die Behörden riefen die Bevölkerung dazu auf, Parks, Friedhöfe und andere Grünanlagen zu meiden. In mehreren Städten wurden öffentliche Parks, Spielplätze und weitere Anlagen vorsorglich geschlossen. In Lucca blieben unter anderem die historischen Stadtmauern geschlossen.
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Nach Erdrutsch: 155 Urlauber von Campingplatz evakuiert
In der norditalienischen Provinz Bergamo sind nach schweren Unwettern sechs Gemeinden von der Außenwelt abgeschnitten. Rund 150 Menschen mussten nach Angaben der Feuerwehr evakuiert werden. Die Einsatzkräfte waren vor allem wegen Erdrutschen, Überschwemmungen und umgestürzter Bäume im Einsatz. In Isola di Fondra wurde ein Campingplatz mit rund 155 Gästen wegen eines anschwellenden Flusses und eines Erdrutsches geräumt. Auch in Gemeinden am Comer See kam es nach heftigen Regenfällen zu Erdrutschen.
Schwere Gewitter und Hagel haben in der Nacht auch in Friaul-Julisch Venetien an der Grenze zu Österreich zahlreiche Schäden verursacht. In den Bergregionen, etwa am Berg Zoncolan, wurden Windböen von bis zu 128 km/h gemessen. Einige Gemeindestraßen waren vorsorglich gesperrt worden. Für die kommenden Stunden wurden weitere kräftige Gewitter erwartet. Die Unwetter sollten sich vom Nordwesten zunächst über die Küstenregionen und später weiter ins Landesinnere ausbreiten. Dabei waren erneut Starkregen und Windböen von mehr als 110 Kilometern pro Stunde möglich.





