Nach einer heftigen Sturzflut in der Gebirgsregion von Nepal, die große Zerstörungen nach sich zog, werden Hunderte Reisende vermisst. Noch sind die Gründe für die Sturzflut unklar. Eine Vermutung unter Experten: ein Gletscherseeausbruch. Doch wie kann es dazu kommen? Und besteht die Gefahr auch in Deutschland?

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Gemeint ist die plötzliche Entleerung eines Gletschersees in Form einer Flutwelle in die umliegenden Täler. In Gegenden mit Vulkanen passiert dies laut einem Bericht des Wissenschaftsmagazins „Spektrum“ durch das stetige Auftauen des Gletschereises. Wenn das Wasser eine bestimmte Grenze übersteigt, durchbricht es die Eisbarriere und ergießt sich in niedrig gelegene Täler.
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In Gegenden ohne vulkanische Aktivitäten hat das Abtauen zwar andere Gründe, etwa die globale Erwärmung, doch auch dort hält das Eis des Gletschers den Wassermassen durch Seen oder abgetautes Eis nicht stand und bricht. Dies kann regelmäßig passieren, etwa wie beim Tulsequah-Gletscher in British Columbia in Kanada.
Klimawandel lässt Gletscher schmelzen – auch in Deutschland
„Im Zuge des weltweiten Gletscherschwunds, verursacht durch den Klimawandel, wird die Gefahr von Gletscherseeausbrüchen zunehmend als drängendes Problem wahrgenommen“, betont Prof. Dr. Marcus Nüsser vom Südasien-Institut der Universität Heidelberg, der die Ursachen eines Gletscherseeausbruchs in der indischen Ladakh-Region untersuchte.

Nicht nur in Asien kann es zu solchen Ausbrüchen kommen, auch die europäischen Alpen – zum Beispiel in der Schweiz – sind immer häufiger betroffen. Ein Hauptgrund dafür ist der globale Gletscherschwund. Der Gletscher schmilzt und verkleinert sich. Zurück bleiben Moränen, also Schutt, Gesteine und Geröll. Dort sammelt sich Wasser so lange an, bis die Blockaden brechen.
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Besonders groß ist die Gefahr für die Bevölkerung der asiatischen und südamerikanischen Hochgebirge, also in Indien, Pakistan und China, Peru und Bolivien. Da in Deutschland nur noch vier Gletscher verbleiben und auch diese immer kleiner werden, ist die Gefahr von Gletscherausbrüchen hierzulande vergleichsweise gering. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sie in den 2030ern komplett verschwinden werden.





