Wolfsburg ist am Wochenende knapp einer Katastrophe entgangen. Die Martin-Luther-Kindertagesstätte am Schachtweg ist am Sonntagvormittag teilweise eingestürzt, vermutlich nach einer Explosion. Der Knall war bis an die Stadtränder zu hören, verletzt wurde aber nach ersten Erkenntnissen niemand.

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Um kurz nach 9 Uhr gingen bei der Polizei zahlreiche Notrufe ein. Polizei, Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und Malteser Hilfsdienst eilen zum Einsatzort. Hinter dem Kulturzentrum Hallenbad und dem Penny-Markt bietet sich ein Bild der Verwüstung.

Explosion im Schachtweg: Wolfsburger Kita teilweise eingestürzt
Beim Einbiegen in den Schachtweg sieht man bereits Blaulicht auf dem Parkplatz vor der Kindertagesstätte, Flatterband, das Schaulustigen den Weg versperrt, und Polizisten, die Selbiges versuchen. Dennoch schauen einige Menschen interessiert über die niedrige Mauer des angrenzenden Supermarkt-Parkplatzes, um einen Blick auf das Geschehen zu erhaschen.

Auf dem Grundstück des Kinder- und Familienzentrums Martin Luther herrscht Chaos. Etwa ein Drittel des Gebäudekomplexes liegt in Schutt und Asche. Wände und Dach sind eingestürzt, Fenster wurden meterweit aus dem Gebäude herausgesprengt, Glasscherben liegen auf dem Boden. In dem Trümmerhaufen sind einzelne Bestandteile des Hauses nicht mehr voneinander zu unterscheiden.

Selbst an Wohnhäusern in der Nachbarschaft zerbarsten Scheiben, in der benachbarten Kleingartenanlage soll ebenfalls einiges zu Bruch gegangen sein. Einsatzkräfte und Stadt Wolfsburg gehen nach Angaben von Henry Eichberg, Leiter der Stadt-Kommunikation, davon aus, dass sich eine Gasexplosion ereignet hat. Wäre das unter der Woche geschehen, hätte es sicherlich Verletzte, möglicherweise sogar Tote gegeben. „Hier wird vermutlich auf längere Zeit kein Kitabetrieb stattfinden“, ahnt Eichberg.
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Ein ohrenbetäubender Knall, eine Druckwelle: Auch Nachbarhäuser sind beschädigt
„Die Druckwelle war heftig“, sagt der Wolfsburger. „Wir können von Glück reden, dass es am Sonntag passiert ist.“ In der Kindertagesstätte, die sich in kirchlicher Trägerschaft befindet, sei noch mit Gas gekocht worden. Ob die Explosion durch einen Gasaustritt in der Küche verursacht wurde, ist aber noch nicht abschließend geklärt. Wie der evangelische Kirchenkreis Wolfsburg-Wittingen berichtet, wurde dort nicht nur für die Kita-Kinder gekocht. Das Team bereitete täglich 500 Essen zu.

Über die Explosionsursache könne er nicht einmal Vermutungen anstellen, so Superintendent Christian Berndt. Polizei-Pressesprecherin Melanie aus dem Bruch erklärt bereits am Vormittag, die Polizei gehe von einem technischen Defekt aus. Die Feuerwehr suche nach der Ursache. Zwischenzeitlich ist eine Drohne im Einsatz. Auch Spürhunde des THW werden angefordert und treffen am Mittag ein, um in den Trümmern zu arbeiten.
Ein ganzer Gebäudeteil des Kinder- und Familienzentrums ist nur noch ein Haufen Schutt
Eine Anwohnerin berichtet, gegen 9 Uhr einen lauten Knall gehört zu haben. „Ich hatte Angst und wusste nicht, woher er kommt“, erzählt sie. „Das war kein normaler Knall, kein Böller, sondern eine richtige Explosion“, schildert ein Nachbar. Die Richtung habe er aufgrund der schieren Lautstärke nicht zuordnen können. Ein anderer Nachbar schreibt, die ganze Wohnung habe gewackelt. „Ein Wahnsinn!“ Bis seine Frau den Qualm gesehen habe, hätten sie an einen Blitzeinschlag gedacht.

Ein Zaungast ist extra aus dem Wolfsburger Osten zum Schachtweg gefahren. „Man hat den Knall bei geschlossenem Fenster bis Nordsteimke gehört“, sagt er. Auch eine weitere Schaulustige wurde am Morgen von dem Knall aufgeschreckt. Sie ist froh über das Glück im Unglück: „Lieber heute als morgen, wo die Kinder da sind.“ Der Gedanke daran, was sonst hätte passieren können, bereite ihr Gänsehaut. An Werktagen werden in der Kita rund 100 Kinder im Alter zwischen einem und sechs Jahren betreut.
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Explosion lässt Scheiben bersten und Wohnungen wackeln
Wie die Leiterin der Einrichtung verschafft sich auch Oberbürgermeister Dennis Weilmann am Sonntag an der Einsatzstelle ein Bild von der Lage. Er hatte gegen 9 Uhr den lauten Knall bei sich zu Hause in Wendschott gehört. Anschließend klingelte das Telefon. „Ich bin heute Morgen vom Leiter der Berufsfeuerwehr angerufen worden“, schildert Weilmann. „Dann bin ich recht schnell vor Ort gewesen, um mich direkt zu informieren.“

Der OB sagt: „Es ist gut und wichtig, dass niemand zu Schaden gekommen ist. Jetzt gilt es, aufzuklären, was passiert ist.“ Die Stadt Wolfsburg stehe mit der evangelischen Kirche im Austausch. Auch um sicherzustellen, dass die Kita-Kinder am Montag und an den darauffolgenden Tagen versorgt werden können.
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Knall soll bis nach Neindorf, Danndorf und Velpke zu hören gewesen sein
Nicht nur der Knall soll am Sonntagmorgen weithin hörbar gewesen sein. Auch die Druckwelle scheint weit gereicht zu haben. Auf Facebook berichtet eine Wolfsburgerin, ihre Wohnung am Hohenstein habe gewackelt wie bei einem Erdbeben. Andere User schreiben, die Detonation selbst in Neindorf, Velpke und Danndorf gehört zu haben. Auch Spekulationen über die Ursache des Kita-Einsturzes machen schnell die Runde.









