Ab Januar 50 Prozent mehr: Erfurt plant stark steigende Kita-Gebühren

Erfurt  Die derzeitigen Gebühren lägen unter dem Landesdurchschnitt, und die Kosten etwa für Personal seien gestiegen, heißt es zur Begründung. Neben den Gebühren sollen auch die Festlegungen für Geschwisterkinder und für Eltern geändert werden

Neben den Gebühren sollen auch die Festlegungen für Geschwisterkinder und für Eltern geändert werden, die bislang nur sehr geringe Gebühren bezahlen mussten. Symbolfoto: Uwe Zucchi/dpa

Neben den Gebühren sollen auch die Festlegungen für Geschwisterkinder und für Eltern geändert werden, die bislang nur sehr geringe Gebühren bezahlen mussten. Symbolfoto: Uwe Zucchi/dpa

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Deutlich teurer soll ein Kita-Platz in Erfurt werden. Setzt sich die Stadtverwaltung mit ihren Vorschlägen durch, sollen die Gebühren zum Beispiel für Kinder im Alter zwischen zwei und drei Jahren zum Januar 2017 um die Hälfte des bisherigen Betrages steigen. Ab drei Jahren müsste ein Fünftel mehr gezahlt werden. Mit der Gebührenerhöhung soll Erfurts Haushalt um jährlich 2,6 Millionen Euro entlastet werden.

Die derzeitigen Gebühren lägen unter dem Landesdurchschnitt, und die Kosten etwa für Personal seien gestiegen, heißt es zur Begründung. Schließlich sollen für die Stadt finanziell günstigere Voraussetzungen für den Fall geschaffen werden, dass die Landesregierung das beitragsfreie Kita-Jahr einführt. Rund ein Drittel der Erfurter Eltern müssen wegen ihrer geringen Einkommen keine Kita-Gebühr bezahlen. Alle anderen Eltern wären von der Gebührenerhöhung betroffen.

Auch der Maximalbetrag soll steigen

Zwei Gruppen würden sogar doppelt unter der Neuregelung leiden. Denn neben den Gebühren sollen auch die Festlegungen für Geschwisterkinder und für Eltern geändert werden, die bislang nur sehr geringe Gebühren bezahlen mussten. Bislang galt bei Geschwistern die Regel, dass für das zweite Kind in Kita-Betreuung nur die Hälfte der Gebühren anfällt. Ab dem dritten Kind war der Kita-Besuch kostenfrei. Künftig beträgt die Ermäßigung beim zweiten Kind nur ein Fünftel. Erst für das dritte Kind wird die Hälfte erlassen, und ab dem vierten Kind würde die Gebühr ganz wegfallen.

Auch der Maximalbetrag soll steigen. Wer die Elterngebühr in voller Höhe bezahlt, muss dann zum Beispiel für Krippenkinder 450 statt bisher 400 Euro bezahlen. Der Erfurter Stadtrat muss die neuen Gebühren nun diskutieren und soll im November darüber abstimmen.

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