Antifa stört AfD-Treffen in Jena – Linke-Abgeordnete Katharina König sagt danke

Jena  Die linke Landtagsabgeordnete Katharina König nennt den Populismus der AfD „eine Gefahr für die Demokratie“. Für König bedeutet das: „Toleranz verdient er nicht.“

Plakat der verfassungsfeindlichen „Roten Hilfe“ am Büro linker Politiker in Erfurt. Foto: Frank Schauka

Foto: zgt

In Szene gesetzt wurde diese Form der Intoleranz in dieser Woche bei einem Bürgerdialog der AfD in Jena. Linke und Linksextremisten, die etwa 200 der 260 Plätze im städtischen Volksbad durch frühes Erscheinen besetzt hatten, brüllten und klatschten die AfD-Redner nieder . Die Landtagsgeordnete Wiebke Muhsal wurde nach Informationen unserer Zeitung sogar übelst beleidigt. AfD-Chef Björn Höcke beendete die Veranstaltung nach etwa 100 Minuten vorzeitig. Ein Dialog mit Bürgern fand an diesem Abend nicht statt.

Einer Dame, die in der letzten Stuhlreihe saß, bereitete der Abend dennoch Freude: Katharina König. Über ihr Handy setzte sie nach dem Abbruch des Bürgerdialogs auf ihrem Twitter-Account diese Botschaft ab: „Ach, #Jena. #dankeantifa“

Auf die Frage unserer Zeitung, wofür genau sie sich bei der Antifa bedanke und warum aus ihrer Sicht die Antifa für das Verhalten im Volksbad Dank verdiene, antwortete die Abgeordnete König mit einem Wort: „#ausgründen“

Nach Erkenntnissen der rot-rot-grünen Landesregierung sind in Jena mindestens drei Antifa-Gruppierungen aktiv, die dem linksextremistischen Spektrum zugerechnet werden.

„Bildet Banden!“

Auch in Erfurt gibt es enge Verbindung zwischen linken Landtagsabgeordneten und linksextremistischen Organisationen. Und wie in Jena gibt es eine Affinität zu Personen, die als willkommenes Protestpotenzial wahrgenommen werden.

Das mit Steuergeld finanzierte offene Jugendbüro Redroxx in Erfurt, das von zwei linken Landtagsabgeordneten getragen wird, verbreitete im Internet kürzlich folgenden Aufruf: „Lasst den Kopf nicht hängen, sondern erhebt ihn morgen wieder gegen die AfD und ihre Anhänger*innen. Meldet euch krank, lasst ein Fußballtraining ausfallen und kommt einfach als Team geschlossen dazu! Klingelt eure Nachbar*innen aus der Wohnung! Bildet Banden!“

Verantwortlich für Äußerungen von Redroxx sind die Partei- und Fraktionschefin der Linken, Susanne Hennig-Wellsow, und der Abgeordnete Christian Schaft, wissenschafts- und hochschulpolitischer Sprecher seiner Fraktion.

„Das offene Jugendbüro wird als Wahlkreisbüro durch Frau Hennig-Wellsow und mich finanziert“, teilte der 25-Jährige gestern mit. Die Aufforderung, sich für die Teilnahme an einer Demonstration krankschreiben zu lassen, bezeichnete Schaft als „jugendgerechte Ansprache“. Es handele sich „in diesem Kontext um eine humoristische Aufforderung, zur Demonstration zu gehen“.

Der Sicherheitsexperte der CDU-Landtagsfraktion, Raymond Walk, kann solchen Witz nicht nachvollziehen: „Es ist zu prüfen, ob der Aufruf, Banden zu bilden, eine öffentliche Aufforderung zu Straftaten darstellt.“ Außerdem, so Walk: Der Vorschlag, sich für eine Demo krank zu melden, konterkariere die hohe Verantwortung, die den Parteien am politischen Willensbildungsprozess zukommt.

Was die linksextreme Antifa offensichtlich für Katharina König bedeutet, bedeutet die verfassungsfeindliche „Rote Hilfe“ für das Redroxx- und Wahlkreisbüro von Hennig-Wellsow und Schaft. An der Glasfront des Büros wird für die Rote Hilfe plakatiert, und auf der Internetseite des Redroxx wird auf die Gruppierung verwiesen.

Verwundern darf das nicht. Ich bin Mitglied der Roten Hilfe“, sagt Schaft. Er halte die „Unterstützung von Personen, die von polizeilicher Repression betroffen sind, für wichtig“.

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