Hermsdorf. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksii Makeiev, haben Erstaufnahmeeinrichtung in Hermsdorf besucht.

Nach dem Brand in einer Flüchtlingsunterkunft in Apolda sollen die nach Hermsdorf gebrachten Bewohner möglichst schnell nach Apolda zurückkehren können. „Jeder einzelne dieser Menschen hat alle seine persönlichen Habseligkeiten in den Zimmern in Apolda lassen müssen“, sagte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) am Donnerstag in Hermsdorf.

'Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Die Menschen sollten nun zügig in ihre gewohnte Umgebung zurückkehren können. „Das hier war nur eine Notunterbringung, die auch als Notunterbringung ganz schnell wieder enden sollte“, sagte Ramelow. Oberste Priorität müsse haben, dass die Kinder wieder in die Schule und in die Kindergärten kommen.

Brandursache vermutlich technischer Defekt

Am Sonntag war in der Gemeinschaftsunterkunft in Apolda ein Feuer ausgebrochen, bei dem ein Mensch ums Leben kam. Den Angaben nach deutete vieles darauf hin, dass es sich bei der toten Person um einen seit dem Feuer vermissten neun Jahre alten Jungen aus der Ukraine handelt. Die Identität des Opfers war zuletzt aber noch nicht abschließend geklärt. Bei der Brandursache gehen die Ermittler derzeit von einem technischen Defekt aus.

Viele ukrainische Flüchtlinge wollen arbeiten

Nach Angaben des Landratsamtes des Landkreises Weimarer Land wurden rund 200 Flüchtlinge vorübergehend in die Erstaufnahmeeinrichtung des Landes in Hermsdorf (Saale-Holzland-Kreis) gebracht. Etwa die Hälfte von ihnen konnte bereits am Mittwoch zurückkehren – der von ihnen bewohnte Teil der Unterkunft war vom Feuer nicht betroffen gewesen.

Ramelow besuchte die Erstaufnahme in Hermsdorf zusammen mit dem ukrainischen Botschafter in Deutschland, Oleksii Makeiev. Dieser sagte, seine Landsleute wünschten sich, nach Apolda zurückzukehren. „Das heißt, sie haben sich dort auch gut eingelebt“, sagte er. Zudem betonte er, dass viele gern einer Arbeit nachgehen wollten. „Diese Menschen wollen arbeiten, sie wollen einander helfen“, sagte Makeiev.