Nordhausen/Erfurt. Die Zahl der Todesopfer bei Bränden im Freistaat hat sich im vergangenen Jahr verdoppelt.

Nach Jahren rückgängiger Brandeinsätze sind Thüringer Feuerwehrleute im vergangenen Jahr wieder öfter zu Bränden gerufen worden. Zu 5377 Brandeinsätzen rückten die Kameradinnen und Kameraden im Jahr 2022 aus, wie aus den neuen Brand- und Katastrophenschutzbericht hervorgeht, den Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) am Montag in Nordhausen vorstellte. Dies bedeute eine Trendumkehr, denn seit 2019 war die Zahl der Brandeinsätze zunächst gesunken, hieß es.

Auch die Zahl der Todesopfer stieg: Im Zusammenhang mit Bränden in Thüringen wurden vergangenes Jahr 33 Tote gezählt - und damit mehr als doppelt so viele wie im Jahr 2021, als 14 Brandtote erfasst wurden.

Demografischer Wandel macht auch vor den Feuerwehren nicht Halt

Dem Bericht zufolge blieb die Zahl der hauptamtlich Beschäftigten bei Berufsfeuerwehren und Freiwilligen Feuerwehren mit 1058 auf einem ähnlichen Niveau wie 2021 – mit leicht sinkender Tendenz.

Bei Kindern und Jugendlichen scheint das Interesse an der Feuerwehr ungebrochen: Den Angaben nach stieg die Mitgliederzahl in der Jugendfeuerwehr um 8,9 Prozent auf 14.965, bei den Kindern im Alter von sechs bis neun Jahren stieg die Mitgliederzahl auf 4947. „Vor allem für die Jüngsten scheint Feuerwehr ein attraktives Thema zu sein. Das ist hervorragend“, sagte Maier laut Mitteilung.

Dagegen sank die Zahl der aktiven Feuerwehrangehörigen in den Altersgruppen der 26-35-Jährigen, 46-55-Jährigen und 56-65-Jährigen „merklich“, wie das Innenministerium mitteilte.

Rund 34,6 Millionen Euro für Brand- und Katastrophenschutz ausgegeben

Aus dem Bericht geht auch hervor, dass das Land für den Brand- und Katastrophenschutz, die Digitalisierung, Leitstellen und Software sowie für die Thüringer Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule im vergangenen Jahr rund 34,6 Millionen Euro ausgab.

'Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Die CDU-Fraktion forderte mehr Unterstützung, angesichts wachsender Herausforderungen. Es brauche eine Strategie, „um den mittelfristig immensen Bedarf an neuen Feuerwehrfahrzeugen zu decken“, teilte die Fraktion mit. Der CDU-Abgeordnete Jonas Urbach erneuerte die Forderung nach einer zentralen Beschaffungsstelle. Damit sollen Gemeinden bei Ausschreibungen unterstützt und Preisvorteile erzielt werden.

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