Weimarer Land. Die Trabi-Freunde versammeln sich weiter im Kreis Weimarer Land, wechseln aber das Dorf.

Plan B schlummerte seit Jahren in der Schublade, jetzt war es an der Zeit, ihn zu aktivieren: Weil das Trabi-Team Thüringen mit der Schließung des Real-Marktes in Weimar-Süßenborn den langjährigen Partner und Sponsor für sein großes Trabi-Treffen verlor, richtet es das Treffen nun erstmals rund um das Gelände seines Vereinshauses in Hottelstedt bei Weimar aus. „Das wird die Generalprobe, bei der alle Nachsicht walten lassen sollten“, bittet Vereinschef Dieter Pemsel. „Wir müssen erst mal sehen, wie es läuft und wo wir noch nacharbeiten müssen.“

60 Tonnen Schotter und 30 Tonnen Split verbaut

Um gute Bedingungen rund um sein schmuckes Vereinsdomizil zu schaffen, hat der fast 70-köpfige Verein in den vergangenen Wochen kräftig in die Hände gespuckt: Hat auf einer 16 mal 30 Meter großen Pachtfläche direkt gegenüber einen Parkplatz geschaffen und dafür 60 Tonnen Schotter und 30 Tonnen Split verbaut, auf dem Vereinsgelände eine größere Fläche für Gulaschkanone, Zelt und Sitzgelegenheiten gepflastert und einen überdachten Unterstand als Regenvariante und für eine Mini-Bühne errichtet. Auch die Dusche im Vereinshaus wurde angeschlossen. Neben den Trabi-Clubs aus der Region, darunter aus Gotha, Bad Salzungen und Mühlhausen, erwarten die Veranstalter wieder eine Abordnung aus der Schweiz. Denn auch dort hat die DDR-Rennpappe leidenschaftliche Fans. Allerdings sind die Möglichkeiten zum Campen in Hottelstedt beschränkt, weshalb der Verein unbedingt um vorherige Anmeldung bittet.

Inzwischen ist es zwar 33 Jahre her, dass der letzte Trabi vom Band lief, aber die Legende lebt. „Und die Begeisterung dafür wird auch nie zu Ende gehen“, ist Kfz-Meister Pemsel fest überzeugt. Genau deshalb setze das Trabi-Team alles daran, die Treffen, bei denen auch, aber eben nicht nur gefachsimpelt wird, unter veränderten Bedingungen fortzuführen. Wie auch die Arbeiten am Vereinshaus weitergehen, einem vor 18 Jahren erworbenen und vorm Abriss bewahrten Hühnerstall. Es beherbergt unter anderem eine Sammlung verschiedener DDR-Fahrzeuge, die nach vorheriger Anmeldung besichtigt werden kann.

„Renn-Trabi“ 601 kommt Mitte Juni erstmals zum Einsatz

Neu eingezogen ist kürzlich ein weiterer „Renn-Trabi“, ein eigens für Rennen aufgebauter 601er, der Mitte Juni erstmals zum Einsatz kommt. Dann tritt das Trabi-Team Thüringen beim 660-Minuten-Trabantrennen auf dem Lausitzring an – und zwar zum ersten Mal nicht nur mit einem, sondern mit drei „Renn-Trabis“. Der Hintergrund: Die Thüringer bilden diesmal ein Racing-Team mit dem befreundeten Schweizer Trabantclub, der genau wie sie zuvor mehrfach bei den Zwölf-Stunden-Trabantrennen im tschechischen Most an den Start gegangen war. „Die Schweizer haben sich dafür immer einen Trabi ausgeliehen und damit jedes Mal Pech gehabt“, erzählt Dieter Pemsel. Das habe ihn auf die Idee gebracht, eigens für die Eidgenossen ein Fahrzeug aufzubauen und mit ihnen gemeinsam als DSF, als Team Deutsch-Schweizerische Freundschaft, teilzunehmen. „Das wird lustig“, freut sich der Vereinschef. Er werde wieder als Mechaniker dabei sein und dafür sorgen, dass die Trabis – Spitzengeschwindigkeit: 130 km/h – laufen wie geschmiert.

28. Trabant-Treffen: 1. und 2. Juni am Vereinshaus in Hottelstedt (Weimarer Land). Infos untertrabi-team-thueringen.de