Weimar. Wer in Elternzeit geht, kann mit dem Elterngeld Miete oder andere Ausgaben bestreiten. Doch die Bearbeitung der Anträge dauert. Hier warten Eltern besonders lange.

Eltern in Thüringen müssen im Schnitt über einen Monat lang warten, bis ihr Antrag auf Elterngeld bearbeitet ist. Bis Ende April dieses Jahres lag die durchschnittliche Bearbeitungsdauer bei 39 Tagen und damit bei drei Tagen mehr als im Schnitt des Jahres 2023, wie aus Zahlen des Landesverwaltungsamts in Weimar hervorgeht. Regional gibt es aber deutliche Unterschiede.

Am längsten in Gotha, am kürzesten im Kyffhäuserkreis

Mit Abstand am längsten müssen aktuell die Eltern im Landkreis Gotha auf den Lohnersatz warten: Hier betrug die durchschnittliche Bearbeitungsdauer den Daten zufolge zuletzt 82 Tage. Im Altenburger Land waren es 55 Tage und im Landkreis Sömmerda 51. Am schnellsten ging es hingegen im Kyffhäuserkreis mit durchschnittlich 16 Tagen. Auch Sonneberg und der Wartburgkreis waren mit je 20 Tagen vergleichsweise schnell.

In den Städten Erfurt und Jena hat sich die Wartezeit zuletzt entspannt. In der Landeshauptstadt betrug die Bearbeitungszeit im Jahr 2022 noch 55 Tage, Anfang 2024 waren es 28 Tage. Jena reduzierte die Dauer im selben Zeitraum von 73 auf 44 Tage.

Deutlich weniger Anträge gestellt

Die Zahl der Elterngeldanträge ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen: Im Jahr 2023 wurden rund 17.200 Anträge verzeichnet. Fünf Jahre zuvor waren es noch 23.000. Kaum verändert hat sich hingegen die Aufteilung: Seit Jahren stammen zwei Drittel der Anträge von den Müttern, ein Drittel von den Vätern. Auch beziehen die Männer seit 2018 im Schnitt etwa drei Monate lang Elterngeld und die Frauen 14 Monate.