Schon der Titel des Thüringer AfD-Wahlprogramms sei Anspielung auf die verbotene Losung der nationalsozialistischen SA, für deren Verwendung Höcke bereits zweimal verurteilt wurde, heißt es in der Analyse. Das heimattümelnde Gedicht, mit dem das Programm dann eingeleitet wird, stammt aus der Feder eines völkischen Vordenkers und glühenden Anhängers des Nationalsozialismus. Zu finden ist der Artikel auf der Webseite „Geschichte statt Mythen“, die seit 1. August freigeschaltet ist.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Sie markiert den Start eines Projekts, mit dem die Universität Jena in enger Anlehnung an die Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora eine wissenschaftliche Antwort auf rechte Verharmlosung und Verfälschung der dunkelsten Seite der deutschen Geschichte geben will.
Geschichtsrevisionismus als Kampffeld der AfD
Geschichtsrevisionistische Thesen seien ein wesentliches Kampffeld von AfD und der extrem rechten Mischszene wie Reichsbürgern, Montagsspaziergängern und Freien Thüringern, erklärt Gedenkstättenleiter und Historiker an der Jenaer Universität, Jens-Christian Wagner. Das Ziel: Die deutsche Geschichte als Erfolgsgeschichte umzudeuten. Dafür würden die NS-Verbrechen, und auch die der Kolonialzeit, kleingeredet, relativiert, Erinnerungsarbeit diskreditiert, bis hin zur Umkehr der Schuld.
Als Beispiel führt er den Wahlkampf um das Amt des Oberbürgermeisters in Nordhausen an, wo sich der AfD-Kandidat lange als konservativer Saubermann inszenieren konnte, ungeachtet seiner rassistischen rechtsextremen Posts. Zur Debatte darüber sei es erst vor der Stichwahl gekommen. Das habe deutlich gemacht, wie wichtig Aufklärungsarbeit sei, um historische Urteilskraft in der Gesellschaft zu stärken.
Ein Podium für Akteure der Zivilgesellschaft
Genau das will das Projekt leisten. Kern ist eine Internetseite, die Geschichtsrevisionismus rechter Akteure in Thüringen dokumentiert, Hintergründe erhellt, Chiffren entschlüsselt. Zu den Fragen, die dort bereits aufgeworfen werden, gehört, inwieweit Versatzstücke des DDR-Geschichtsbildes mit seinem antiamerikanischen und antiliberalen Blick in ostdeutschen Bundesländern anschlussfähig an rechte Mythen sind. Sozialwissenschaftler Jakob Schergaut verweist auf eine interaktive Thüringenkarte, die fortlaufend aktualisiert wird. Sie markiert Orte, an denen Geschichtsrevisionismus betrieben wird, wo sich Lokalpolitiker entsprechend äußern oder wo Gedenkorte angegriffen werden. Eine Topografie der Geschichtsfälschung.
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Das Projekt sieht sich ausdrücklich als Plattform, die zivilgesellschaftlichen Akteuren wie dem Bündnis Weltoffenes Thüringen Hilfestellung anbietet, sie vernetzt und deren Erfahrungen aufnimmt. Finanziert wird die Arbeit mit 46.000 Euro von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung. Allerdings nur bis April 2025. Man bemühe sich um weitere Partner, ein solches Projekt, bemerkt Historiker Wagner, rufe nach Kontinuität.
Internetseite: https://www.geschichte-statt-mythen.de





