Tageszeitungen spielen einen unverzichtbaren Beitrag für die lokale und regionale Berichterstattung in Thüringen – zu diesem Ergebnis kommt eine großangelegte Studie, die von der Landesmedienanstalt in Auftrag gegeben wurde. Forscher der Universitäten Dresden und Münster hatten dafür die Medienlandschaft in Thüringen untersucht.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Das Angebot an Informationsquellen in Thüringen sei überraschend vielfältig. In ihrer Analyse untersuchten die Wissenschaftler 233 journalistische Angebote, neben den klassischen Medien wie Zeitung, Radio und Fernsehen auch Weblogs oder Social-Media-Kanäle. Vor allem in den Städten, aber auch in einigen ländlichen Regionen in Thüringen sei die Medienvielfalt stark angewachsen.
Keiner liefert mehr Berichte über regionale Themen
Eine Auswertung der Inhalte und des Nutzungsverhaltens der Menschen habe jedoch ergeben, dass klassische Medien im Vergleich etwa zu reinen Onlineportalen einerseits ein Vielfaches an Themen aufgreifen, andererseits hohes Vertrauen genießen und durch fast alle Bevölkerungsschichten stärker genutzt werden.
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So wurden in einer Auswertung von Medienberichten mit Regionalbezug aus fünf ausgewählten Städten und Landkreisen in der Woche nach der Kommunalwahl Ende Mai, Anfang Juni 2024 knapp 3800 Beiträge untersucht. Rund 3100 davon stammten aus der Zeitung oder deren Online-Portalen, nur knapp 700 aus reinen Nachrichtenwebseiten oder Blogs, Anzeigenblättern oder offenen Social-Media-Gruppen. Während sich rund 40 Prozent der Zeitungsartikel mit politischen Themen beschäftigten, waren es bei Nachrichtenblogs lediglich 11 Prozent, in Social-Media-Kanälen gar nur zwei Prozent.
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Auch Jüngere greifen häufig zur Tageszeitung
Zwar sei gerade bei jüngeren Menschen eine deutlich stärkere Nutzung von sozialen Medien als Informationsquelle zu verzeichnen. 30 Prozent der repräsentativ befragten 14- bis 25-Jährigen gab jedoch an, mindestens einmal pro Woche eine Zeitung zu lesen, gut die Häfte sowohl online als auch auf Papier. In allen Altersgruppen nutzten 58 Prozent der Befragten die Angebote der Tageszeitungen mindestens einmal pro Woche.
Angesichts dieser Erkenntnisse betrachten die Forscher und auch die Landesmedienanstalt Entwicklungen in anderen Ländern mit Sorge, wo klassische Regionalmedien wie Tageszeitungen auf dem Rückzug sind. So wachse in den USA die Zahl der „Nachrichtenwüsten “, also Regionen, in denen keine Lokalzeitung mehr existiert. Auch in Deutschland würden klassische Medien unter Druck geraten, nicht nur durch die Konkurrenz von Internetplattformen oder sozialen Medien, sondern auch durch öffentliche Stellen, die etwa in Amtsblättern zunehmend journalistisch anmutende Inhalte verbreiteten.
An den Ergebnissen der Studie lasse sich die Bedeutung und auch Verantwortung der Zeitungsverlage ablesen, so Jochen Fasco, Chef der Landesmedienanstalt. Entscheidend sei auch die Förderung der Medienkompetenz, damit die Nutzer in der Lage seien, Nachrichten zu prüfen und seriöse von unseriösen Angeboten unterscheiden zu können.






