Das Handyverbot ist beschlossen und verkündet, aber es bleibt strittig.
Natürlich kann man sich nur wünschen, dass Neunjährige in der Hofpause mit ihren Mitschülern spielen, statt auf dem Smartphone zu daddeln. Aber bekanntlich ist nichts verführerischer als etwas Verbotenes. Es sei denn, die Handys werden eingesammelt und bleiben bis zum Schulende irgendwo unter Verschluss.
Schulen müssen Regelungen praxistauglich machen
Wobei man schon bei einer weiteren Frage wäre: Wie soll das konsequente Verbot praktisch umgesetzt werden? Bleibt das Handy im Ranzen, wird es eingesammelt, was passiert, wenn es ein Schüler trotzdem heimlich nutzt? Das bleibt den Schulen überlassen. Die müssen jetzt, und das auch noch sehr schnell, Regelungen finden und sie auch den Eltern plausibel erklären.
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Handy als Mittel im Alltagsmanagement von Familien
Eltern können sich Sorgen machen, weil das Kind am Morgen Bauchschmerzen hatte oder ein anderes Problem. Ein Schulbus kann verpasst werden, eine Stunde ungeplant ausfallen, Pläne können sich plötzlich ändern. Vor allem in ländlichen Regionen ist das Handy aus dem Alltags-Management von Familien nicht mehr wegzudenken. Es soll Ausnahmen geben dürfen, aber das ist ein dehnbarer Begriff. Eine Regelung muss auch durchsetzbar sein und praktikabel.
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Zweifellos gibt es gewichtige Gründe, das digitale Dasein von Kindern im Grundschulalter einzuhegen. Ob der Handy-Bann weiterbringt, muss die Praxis zeigen. In einem halben Jahr soll evaluiert werden. Dann sind wir alle klüger.



