Mit dem „Bachelor Jüdische Soziale Arbeit“ gibt es einen deutschlandweit einmaligen Studiengang in Thüringen. Der Kooperationsstudiengang „Bachelor Jüdische Soziale Arbeit“ ist jetzt im Rahmen einer Feierstunde im Thüringer Landtag eingeführt worden.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Bereits ab Januar 2025 haben 29 Studierende ihr Studium an der Fachhochschule Erfurt und der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg aufgenommen. Mit dem neuen Studiengang sollen Studierende in die Handlungskompetenz für die Arbeit in jüdischen Gemeinden, Einrichtungen und Organisationen erhalten.

Starkes Signal in Erfurt für lebendiges jüdisches Leben

„Das berufsbegleitende Studium ermöglicht den Studierenden eine schnelle Integration in die Gemeindearbeit, was zu einer weiteren Bereicherung des jüdischen Lebens in Thüringen und Deutschland führen wird. Sie ist ein wichtiger Beitrag für die Integration von Minderheiten in unserer Gesellschaft und Sicherung einer religiösen und kulturellen Vielfalt in unserem Land“, sagte Frank Setzer, Präsident der Fachhochschule Erfurt.

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, sagte: „Die Eröffnung des diesjährigen Studiengangs ‚Jüdische Soziale Arbeit‘ im Thüringer Landtag ist ein starkes Zeichen für die Lebendigkeit jüdischen Lebens in Deutschland. Dieser Studiengang verbindet akademisches Wissen mit Verantwortung für unsere Gesellschaft. Er stärkt nicht nur die jüdischen Gemeinden, sondern auch die Demokratie insgesamt.“

Studiengang als Zeichen des Zusammenhalts

Unter den Studierenden ist Hanna Veiler, Vorsitzende European Union of Jewish Students (EUJS). Sie hebt hervor, dass Soziale Arbeit und jüdische Werte Hand in Hand gehen und gerade in von Krisen geprägten Zeiten brauche die jüdische Gemeinschaft in Deutschland dringender denn je die Expertise der Sozialen Arbeit.

Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) erklärte: „Die Eröffnung des Studiengangs Jüdische Soziale Arbeit ist ein starkes Zeichen des Zusammenhalts. Mein Dank gilt allen, die mit großem Engagement diesen bundesweit einzigartigen Studiengang möglich gemacht haben. Wir sind stolz, dass Thüringen der Ort ist, an dem er entsteht – und damit ein Land, in dem jüdisches Leben und jüdische Kultur eine feste Heimat haben. Jüdische Kultur bedeutet gelebte Vielfalt, geistigen Reichtum und einen unersetzlichen Beitrag zu unserer gemeinsamen Geschichte und Gegenwart. Sie zu bewahren und zu stärken, ist uns ein großes Anliegen. Zugleich ist dieser Studiengang ein Symbol der Zuversicht und ein klares Bekenntnis zum jüdischen Leben – gerade in einer Zeit, in der Antisemitismus leider wieder sichtbar ist. Unsere Botschaft ist eindeutig: Antisemitismus hat in Thüringen keinen Platz. Ich wünsche den Studierenden ein spannendes und erfüllendes Studium – und uns allen eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit.“

Aktuelle Nachrichten aus Thüringen

Wertvolle Verbindung von Wissen und Praxis

Der Studiengang schließe nicht nur eine akademische Lücke in der deutschen Bildungslandschaft, sagte Thadäus König, Präsident des Thüringer Landtags. Die ihn tragenden Institutionen setzten damit auch ein starkes Signal, dass jüdisches Leben und die Belange jüdischer Menschen fest zu Deutschland und Thüringen gehöre.

„Besonders ältere jüdische Menschen in Deutschland, die die Schrecken der Shoah erlebt haben, aber auch jüdische Menschen, die diskriminiert und ausgegrenzt werden, brauchen im Alltag nicht nur Unterstützung, sondern auch Sensibilität, Respekt und Verständnis für ihre Lebenserfahrungen. Der Studiengang verbindet fachliche Qualifikation in der Sozialen Arbeit mit Wissen über jüdische Geschichte, Religion und Kultur. Für Deutschland und Thüringen ist das von unschätzbarem Wert“, so König.

red