Es klingt wie eine düstere Science-Fiction-Szene, doch für viele Zivilistinnen und Zivilisten in der Ukraine ist dies längst zur erschreckenden Realität geworden. Entlang der östlichen Frontlinie erleben Menschen tagtäglich eine grausame Form psychologischer Kriegsführung. Russische Soldaten setzen gezielt Drohnen ein, um Furcht unter der ukrainischen Bevölkerung zu verbreiten. Catherine Kostryka, eine Bewohnerin von Cherson, teilte dem „Daily Express“ ihre erschütternden Erfahrungen mit.
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„Menschensafari“: Wie russische Drohnen Zivilisten in der Ukraine jagen
Catherine berichtet von mehreren Fällen, in denen russische Drohnenpiloten die ukrainischen Zivilisten gezielt angreifen. „Vor ein paar Wochen haben sie es auf ein einjähriges Kind abgesehen“, erzählt sie gegenüber „Daily Express“. In russischen Telegram-Kanälen und in veröffentlichten Videos werde in Bezug auf die Drohnenangriffe der zynische Begriff „Menschensafari“ immer wieder verwendet.
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Die russischen Drohnenangriffe folgen einer grausamen Logik: Menschen werden wie Beute aus der Luft verfolgt und gejagt. „Die russischen Drohnenpiloten zielen hundertprozentig gezielt auf Zivilisten ab, sie versuchen nicht einmal, es zu verheimlichen“, so die junge Frau aus Cherson.
Die Theorie, dass die Drohnen lediglich verdeckt agierende ukrainische Soldaten aufspüren sollen, weist Catherine entschieden zurück. Immer häufiger scheinen auch Kinder zu den Zielscheiben dieser Angriffe zu werden. „Es ist neulich passiert, dass ein paar Kinder im Garten spielten, als eine Drohne kam und Sprengstoff auf sie abwarf“, erzählt sie.
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Bewohnerin berichtet: Tödliche Gefahr von oben und unten
Auch in ihrem persönlichen Umfeld gab es bereits ähnliche Vorfälle, berichtet die Ukrainerin. Vor kurzem sei ein Freund ihrer Mutter von einer Drohne verfolgt worden. „Er kam von der Arbeit nach Hause und die Drohne lag auf einer Art Garage und wartete auf ihn“, erzählt Catherine. Er hatte großes Glück im Unglück: „Der Drohnenpilot flog damit auf ihn zu, der Mann verlor beinahe sein Bein, doch sein Rucksack rettete ihn“. Trotz schwerer Verletzungen überlebte er den Angriff. Doch die Erinnerung an diese Horrorszene bleibt.

Für viele Ukrainer sei jeder Gang nach draußen riskant geworden, so Catherine. „Wenn man nach draußen geht, hört man immer zu und schaut in den Himmel, aber manchmal fliegen Drohnen nicht einfach nur herum, manchmal sitzen sie auf einem Dach und warten einfach.“ Die Ukrainerin vergleicht die Drohnen mit Spinnen, die auf ihre Beute lauern.
„Außerdem muss man nach unten schauen, denn die Russen setzen auch Drohnen ein, die kleine zivile Minen tragen, und werfen sie ab. Sie haben eine grüne Tarnfarbe, also muss man extrem wachsam sein, sonst tritt man auf eine und wird in die Luft gesprengt“, erzählt sie.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Darüber berichtete im Juni 2025 auch die Menschenrechtsorganisation Human Right Watch. Demnach werden russische Drohnen regelmäßig mit verbotenen Antipersonenminen bewaffnet und für rechtswidrige Angriffe mit Brandwaffen in besiedelten Gebieten eingesetzt. Ziel dieser Angriffe sei es, „Terror unter der Zivilbevölkerung zu verbreiten“, hieß es in dem Bericht.
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Human Right Watch: Häufig bleiben die Älteren zurück
Der Bericht von Human Rights Watch bestätigt die gezielten Drohnenangriffe russischer Streitkräfte auf ukrainische Zivilisten und zivile Objekte. Dem Report zufolge werden Ukrainer häufig angegriffen, während sie mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs sind, öffentliche Verkehrsmittel nutzen oder sich in ihren Wohnungen aufhalten. Zudem sollen auch Krankenwagen, Rettungskräfte, Lebensmittelgeschäfte sowie Einrichtungen der Gas-, Wasser- und Stromversorgung gezielt attackiert werden.
Wie die US-amerikanische NGO berichtet, seien bereits viele Bewohner von Cherson in weiter entfernte Gebiete oder tiefer in die Stadt geflohen – möglichst weit weg von der Frontlinie. Die verbliebenen Menschen seien meist ältere Personen. Ihr Alltag sei vor allem von einem geprägt: der ständigen Furcht um das eigene Leben. Sie lauschen aufmerksam auf das Summen von Drohnen und achten auf Landminen, die häufig bei Angriffen abgeworfen werden, heißt es in dem Bericht.
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Gezielte Angriffe auf Zivilisten: UN-Bericht stuft Drohnenmorde als Kriegsverbrechen ein
Im Mai 2025 kam auch ein Bericht im Auftrag der Vereinten Nationen zu dem Schluss, dass die russischen Streitkräfte „mit Drohnen Morde an Zivilisten als Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen haben“. Die Untersuchung dokumentiert mehr als 150 Fälle, in denen Zivilisten durch ferngesteuerte Waffen getötet wurden. Darüber hinaus wurden Hunderte Menschen bei Drohnenangriffen in der Stadt Cherson und 16 weiteren Ortschaften verletzt.
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Die Vereinten Nationen bestätigten, dass auch Frauen und Kinder zu den Opfern der Angriffe zählen. Laut dem Bericht setzten russische Drohnenpiloten Echtzeitaufnahmen der auf den Drohnen installierten Kameras ein, um gezielt zivile Ziele auszumachen und Sprengsätze abzuwerfen. Dabei zeigen die gesammelten Beweise klar, dass die Angriffe vorsätzlich ausgeführt werden, heißt es in dem Bericht. Nach Einschätzung der UN-Kommission handelt es sich um ein von den russischen Streitkräften begangenes Kriegsverbrechen.
Catherine Kostryka aus Cherson betont die psychologische Brutalität dieser Angriffsmethode: „Psychologisch betrachtet ist es schwer, einen Menschen zu töten, der ihm in die Augen schaut. Aber wenn es wie ein Computerspiel aussieht, wenn man nur einen Pixel zerstört, ist das alles.“
pau











