Die neue Präsidentin der UN-Generalversammlung, Annalena Baerbock, hat sich dafür ausgesprochen, ein mögliches Friedensabkommen in der Ukraine durch eine Blauhelm-Mission zu sichern. Das sagte die frühere Bundesaußenministerin der „Bild am Sonntag“.

Montag, Mittwoch, Freitag
Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
Hinter den Kulissen der Politik - meinungsstark, exklusiv, relevant.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
„Wenn es zu einem Friedensvertrag kommt, dann muss der am besten abgesichert werden“, so Baerbock. „Und wenn die Mehrheit der Mitgliedstaaten sagt, dafür bräuchte es auch Blauhelme, dann ist das etwas, was hoffentlich dauerhaft den Frieden sichern kann.“
Hinter den Kulissen befassen sich die Verbündeten der Ukraine bereits seit Monaten mit verschiedenen Konzepten zur Absicherung eines Friedensschlusses. Dabei wird unter anderem eine Beobachtermission der UN-Blauhelme als Alternative zu einer Sicherheitsgarantie durch europäische Verbündete ins Spiel gebracht. Einige Militärplaner halten hierfür eine sechsstellige Zahl von Soldaten für notwendig.
Voraussetzung für jede Art von Sicherheitsgarantie wären jedoch zunächst Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine. Nach Angaben des Kreml-Sprechers Dmitri Peskow gibt es derzeit allerdings keine Gespräche.
Auch interessant
Baerbock verteidigt ihre Ernennung
Im weiteren Verlauf des Interviews äußerte sich Baerbock auch zu Kritik an ihrer Person und Arbeitsweise. Ihre Ernennung zur Präsidentin der UN-Generalversammlung war von Kontroversen begleitet, da die Diplomatin Helga Schmid ursprünglich für diese Position vorgesehen war. Dazu sagte Baerbock, dass sich die Umstände durch die Neuwahl der Bundesregierung geändert hätten.
„Wie so oft ist die Story, die in der Öffentlichkeit ist, immer ein bisschen anders, als sie eigentlich gewesen ist“, erklärte Baerbock. Die neue Bundesregierung habe die Tradition fortgesetzt, einen ehemaligen Staats- oder Regierungschef beziehungsweise Außenminister auf diesen Posten zu berufen. Sie sei jedoch im intensiven Austausch mit Helga Schmid gewesen.

Baerbock will mit Videos junge Menschen erreichen
Angesprochen auf ihre jüngsten Videos in den sozialen Medien verteidigte sich die Grünen-Politikerin. Kritiker hatten ihr vorgeworfen, sich zu sehr inszeniert zu haben. Laut Baerbock dienen diese Videos dazu, junge Menschen zu erreichen. Viele dieser jungen Menschen würden sich weder klassische Reden noch die Nachrichten anschauen, sondern sich hauptsächlich über Plattformen wie Instagram informieren.
Auch interessant
Baerbock betonte, dass in Deutschland die Debatte über die finanzielle Unterstützung der UN anstehe. „Wenn die Leute sagen, ich weiß gar nicht, was das ist? Dann haben die Vereinten Nationen wirklich ein schlechtes Standing“, so Baerbock. Um das zu ändern und junge Menschen zu erreichen, sei es notwendig, dort präsent zu sein, wo sie sich aufhalten.
Zudem seien die Videos auch mit einem Augenzwinkern zu sehen. „Ich selbst habe beim Filmen schmunzeln müssen, weil ein bisschen Selbstironie immer zu solchen Videos dazugehört“, sagte sie.
pcl/mit dpa/AFP







