In den USA haben Dutzende Arbeitnehmer ihren Job verloren, nachdem sie sich über den ermordeten ultrarechten US-Aktivisten Charlie Kirk vermeintlich negativ geäußert hatten. Verschwörungs-Influencerin Laura Loomer und andere rechte Meinungsmacher forderten dazu auf, die Autoren kritischer Kommentare zu verfolgen und bei Arbeitgebern anzuprangern, wie unter anderem CNN und NPR berichten.
Neben Loomer verlangten auch mehrere andere republikanische Politiker Konsequenzen für angeblich hämische oder abfällige Kommentare zum Tod Kirks. Laut der Nachrichtenagentur AFP sind von der Kampagne unter anderem Lehrer, Feuerwehrleute oder auch Angehörige des US-Militärs betroffen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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NPR bezifferte die Zahl der Menschen auf über 30, die deswegen bisher ihren Job verloren. Kirk-Unterstützer durchkämmen dazu systematisch das Internet nach negativen Kommentaren über den ermordeten Aktivisten – und geben Gleichgesinnten Tipps. Auf der speziell dazu eingerichteten Webseite „Expose Charlie‘s Murderers“ (Stelle Charlies Mörder bloß) wurden bisher einige Dutzend Nachrichten veröffentlicht, mehrere Zehntausend Meldungen seien nach Angaben der Plattform bisher eingegangen. Die US-Zeitschrift „Wired“ berichtet auch von Todesdrohungen gegenüber dort aufgelisteten Beschuldigten.
News aus den USA
Kirk-Kritiker sollen ihren Job verlieren
„Wenn sie ihr Foto auf ihrem Profil haben, selbst wenn kein Name dabei steht, ladet das Foto herunter“, rät etwa der rechtskonservative Influencer Joey Mannarino. Dann könne das Foto mit LinkedIn, dem Online-Netzwerk zur Pflege beruflicher Kontakte, abgeglichen und auf diese Weise der Arbeitsplatz der Betreffenden herausgefunden werden, um sie dort anzuschwärzen. „Ruft beim Arbeitgeber an, hinterlasst Google-Bewertungen“, leitet Mannarino seine Anhänger an.
Der 31 Jahre alte Kirk, der bereits als Jugendlicher die einflussreiche rechtskonservative Organisation Turning Point USA mitgegründet hatte, war am Mittwoch bei einem Auftritt auf dem Campus der Utah Valley University erschossen worden. Am Freitag gaben die Behörden die Festnahme des mutmaßlichen Attentäters Tyler R. bekannt.
Weil in der Nähe des Tatorts zwei Patronenhülsen mit antifaschistischen Parolen entdeckt wurden, sprechen viele Rechte in den USA von einem linksextremen Mörder. Schon bevor der mutmaßliche Schütze gefasst wurde, hatte US-Präsident Donald Trump die „radikale Linke“ für das Attentat verantwortlich gemacht.
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Bildungsministerium entlässt Lehrer wegen „verabscheuenswertem“ Kommentar
Die Gewalttat wurde nicht nur von den Republikanern, sondern auch von führenden Demokraten umgehend verurteilt. Doch der gewaltsame Tod von Kirk, der mit seinen Millionen Followern zu Trumps Wahlsieg im vergangenen Jahr beitrug, verschärft die politische Spaltung des Landes.
Laura Sosh-Lightsy, Vize-Dekanin der Middle Tennessee State University, etwa schrieb zu Kirks Tod im Online-Netzwerk Facebook: „Hass erzeugt Hass. NULL Mitgefühl.“ Die republikanische US-Senatorin Marsha Blackburn, die aus dem Bundesstaat Tennessee stammt, prangerte dies umgehend an: „Diese Person sollte sich schämen für ihren Post. Sie sollte aus ihrem Amt entfernt werden“, schrieb sie über Sosh-Lightsy. Noch am selben Abend teilte die Uni mit, dass sie eine Mitarbeiterin wegen eines „herzlosen“ Kommentars über Kirks Ermordung entlasse.
Auch für einen Lehrer im Bundesstaat Oklahoma hat sein kritischer Kommentar über Kirk Konsequenzen. Er hatte nach dem Attentat in Online-Netzwerken geschrieben: „Charlie Kirk ist genauso gestorben, wie er gelebt hat: das Schlechteste aus den Menschen hervorbringend.“ Das Bildungsministerium von Oklahoma erklärte, wegen dieser „verabscheuenswerten“ Äußerung sei gegen den Lehrer eine Untersuchung eingeleitet worden.
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Loomer hetzt auch gegen Kritiker von Trump
Doch nicht nur negative Kommentare über Kirk selbst, sondern auch Kritik am Umgang mit seinem Tod wollen Rechtsaußen-Aktivisten nicht tolerieren. So wies Influencerin Loomer ihre vielen Anhänger auf Äußerungen eines Mitarbeiters der US-Katastrophenschutzbehörde Fema hin. Er hatte kritisiert, dass Trump Trauerbeflaggung für den „rassistischen, homophoben, frauenfeindlichen“ Aktivisten Kirk angeordnet hatte.
Loomer schrieb dazu: „Diese Menschen hassen uns. Sie gehören nicht an die Schalthebel der nationalen Macht.“ Die Fema teilte in der Folge mit, der Angestellte sei wegen seiner „widerwärtigen und unerhörten“ Kommentare beurlaubt worden.
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Ausländer werden besonders „ins Visier genommen“
Außer rechtsgerichteten Aktivisten und Influencern rufen auch Mitglieder von Trumps Regierung dazu auf, gemeinsam gegen aus ihrer Sicht ungebührliche Kommentare über Kirk vorzugehen. Verteidigungsminister Pete Hegseth beispielsweise wies die Mitglieder des Militärs an, entsprechende Äußerungen von Kollegen zu melden.
US-Vizeaußenminister Christopher Landau nimmt insbesondere in den USA lebende Ausländer ins Visier, die im Zusammenhang mit Kirks Tod „Gewalt und Hass verherrlichen“. „Ich bin angewidert, dass in den sozialen Medien manche den Vorfall preisen, rechtfertigen oder herunterspielen, und habe unser konsularisches Personal angewiesen, angemessene Schritte einzuleiten“, schrieb Landau im Onlinedienst X. „Bitte weisen Sie mich auf solche Kommentare hin, damit das State Department das amerikanische Volk schützen kann.“
os/afp













