Es ist eines der eindringlichsten Fotos der amerikanischen Geschichte: Das unter dem Namen „Der gegeißelte Rücken“ bekannte Bild zeigt den durch Peitschenhieben völlig vernarbten und aufgerissenen Rücken eines entlaufenen Sklaven. Zur Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs (1861 bis 1865) half es, die unglaubliche Brutalität der Sklaverei in den Südstaaten zu vermitteln. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump will nun das Foto aus der Öffentlichkeit verschwinden lassen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Das berichtet die „Washington Post“ unter Berufung auf mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen. In den Nationalparks des Landes, zu denen auch historische Stätten und Denkmäler gehören, sollen Bilder und Objekte, die an die Sklaverei und andere dunkle Kapitel der amerikanischen Geschichte erinnern, zunehmend entfernt werden.
Dazu gehört wohl auch das Foto von Peter Gorden, wie der seinen Sklavenhaltern entkommene Mann wahrscheinlich hieß. Während des Bürgerkriegs verbreitete es sich rasch in abolitionistischen Kreisen und stärkte die Bewegung gegen die Sklaverei, indem es das unsägliche Leid sichtbar machte, das Worte allein oft nicht vermitteln konnten.
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Trump lässt Informationen zu Rassismus, Sexismus und LGBT-Rechten verschwinden
Bis heute gilt die Aufnahme als eines der wichtigsten Zeugnisse für die Macht der Fotografie, gesellschaftliche Missstände aufzudecken. Auch während des Kampfes gegen die Apartheid im Süden der USA im 20. Jahrhundert sowie der Proteste gegen Polizeigewalt wurde das Bild immer wieder zum Symbol. Aus mindestens einem Nationalpark soll es nun verschwinden.
Hintergrund ist eine Anordnung Trumps aus dem März, wonach Informationen entfernt werden müssen, die historische Amerikaner durch eine „zerstörerische Ideologie“ verunglimpfen würden. Auf offiziellen Webseiten anderer US-Behörden werden Einträge zu Themen wie Rassismus, Sexismus, Sklaverei, LGBT-Rechten und der Verfolgung Indigener Völker gelöscht. Entsprechende Bücher verschwinden aus den Bibliotheken des US-Militärs.
Nach Trumps Anordnung wies das Innenministerium die Parkmitarbeiter an, solche kritischen Informationen auf Schildern oder Souvenirartikeln zu melden. Auch Besuchern der dem Parkdienst unterstellten Orte wurden gebeten, entsprechende „Kritik“ an der amerikanischen Geschichte anzugeben.
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Informationen an historischem Ort der Sklavenbewegung sollen entfernt werden
Im Harpers Ferry National Historic Park, gelegen am Dreiländereck zwischen den US-Bundesstaaten Maryland, Virginia und West Virginia, sollen ebenfalls mehr als 30 Schilder entfernt werden. Der Ort war 1859 Schauplatz eines berühmten Überfalls, den der Gegner der Sklaverei, John Brown, auf ein Waffenlager der US-Armee anführte.
Brown wollte mit seiner letztendlich gescheiterten Aktion Sklaven bewaffnen und zum Aufstand gegen ihre „Besitzer“ anstiften. Die Schilder würden sich der „Post“ zufolge unter anderem auf Rassendiskriminierung und die Feindlichkeit der weißen Bevölkerung gegenüber ehemaligen Sklaven beziehen.
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George Washingtons Geschichte als Sklavenhalter wird verheimlicht
In Philadelphia sollen außerdem auf dem ehemaligen Standort des President‘s House Ausstellungsstücke über die Sklaven des ersten US-Präsidenten George Washington (1732 - 1799) entfernt werden. Washington holte von seinem Landsitz neun Sklaven in den zweiten Amtssitz der US-Präsidenten, den er rund sechs Jahre bewohnte und der später für das Weiße Haus in Washington D.C. aufgegeben wurde.
Der National Park Service (NPS) ist eine Bundesbehörde der USA, die seit 1916 dafür zuständig ist, die Nationalparks, aber auch historische Gedenkstätten und Denkmäler des Landes zu verwalten und zu bewahren. Mitarbeiter des NPS kümmern sich dabei nicht nur um den Schutz von Tieren, Pflanzen und Landschaften, sondern auch um Bildungsangebote, Besucherführung und die Erhaltung historischer Bauwerke.












