„Herbst der Reformen“ am Morgen im Bundestag bei der Generaldebatte und am Abend beim Medien-Q der FUNKE Mediengruppe das vertrauliche Gespräch – abseits der Schlagzeilen: Doch nicht nur anstehende wichtige Entscheidungen der Koalition, sondern auch die allgemeine politische Großwetterlage waren am Mittwoch Gesprächsthemen bei dem Zusammentreffen wichtiger Entscheider aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien in Berlin-Mitte.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Zur achten Ausgabe der Veranstaltung kamen zahlreiche Kabinettsmitglieder, darunter Forschung- und Technologieministerin Dorothee Bär (CSU), Digitalminister Karsten Wildberger (CDU), Landwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU), Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) sowie Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan, Justizministerin Stephanie Hubig und Umweltminister Carsten Schneider (alle SPD). Zu den Gästen zählten darüber hinaus Bundestags-Vizepräsident Omid Nouripour (Grüne), der Vorsitzende des Europaausschusses im Bundestag, Anton Hofreiter (Grüne), der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Armin Laschet (CDU), und der Linken-Politiker Dietmar Bartsch. Auch Verdi-Chef Frank Werneke gab sich die Ehre, ebenso wie der israelische Botschafter Ron Prosor, der mit seiner Ehefrau Hadas kam, und zahlreiche Chefredakteure der FUNKE-Zeitungen.

8. Medien-Q im Clärchens Ballhaus: Die schönsten Eindrücke

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Funke-Verlegerin Julia Becker und Chefredakteur Jörg Quoos beim Medien-Q der FUNKE Mediengruppe.© FUNKE Foto Services | Jörg Krauthöfer
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v.l.n.r. Nils Kawig, Chefredakteur Ostthüringer Zeitung; Jörg Quoos, Chefredakteur Zentralredaktion; Jan Hollitzer, Chefredakteur Thüringer Allgemeine; Gerlinde Sommer, Chefredakteurin TLZ; Andreas Tyrock, Chefredakteur WAZ; Bettina Steinke, Chefredakteurin DerWesten; Peter Schink, Chefredakteur Berliner Morgenpost; Niklas Jakob Wilke, Gesellschafter; Jost Lübben, Chefredakteur WP; Ralf Kubbernuß, Chefredakteur NRZ; Torsten Berninghaus, stellv. Chefredakteur WP beim Medien Q 2025 im Clärchens Ballhaus in der Auguststraße in Berlin-Mitte. © FUNKE Foto Services | Jörg Krauthöfer
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Dieses Jahr fand der Medien-Q im Clärchens Ballhaus in der Auguststraße in Berlin-Mitte statt.© FUNKE Foto Services | Jörg Krauthöfer
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Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung Karsten Wildberger (l-r), Moderator Cherno Jobatey, Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz Stefanie Hubig und Musiker Leslie Mandoki.© FUNKE Foto Services | Jörg Carstensen
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Vor der Funke-Fotowand: Gesellschafter Niklas Jakob Wilcke, Nora Marx und Julia Becker mit Christina Tröger, Ehemann und Chefredakteur Jörg Quoos.© FUNKE Foto Services | Jörg Krauthöfer
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Auch Landwirtschaftsminister Alois Rainer war bei Medien-Q zu Gast.© RH | Ralf Hirschberger
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Entwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan (SPD) und Linken-Politiker Dietmar Bartsch.© FUNKE Foto Services | Jörg Carstensen
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Umweltminister Carsten Schneider im Gespräch mit Verdi-Chef Frank Werneke.© FUNKE Foto Services | Jörg Carstensen
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Jörg Quoos bei seiner Rede.© FUNKE Foto Services | Jörg Krauthöfer
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Der israelische Botschafter Ron Prosor mit Funke-Verlegerin Julia Becker.© RH | Ralf Hirschberger
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Funke-Journalist Jan Jessen gemeinsam mit Grünen-Politikerin Britta Haßelmann.© FUNKE Foto Services | Jörg Carstensen
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Grünen-Politiker Werner Graf (l) und Anton Hofreiter.© FUNKE Foto Services | Jörg Carstensen
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Morgenpost-Kolumnist Jörg Thadeusz und Karin Teichmann.© FUNKE Foto Services | Jörg Krauthöfer
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WAZ-Chefredakteur Andreas Tyrock und Digitalchef Pascal Biedenweg.© FUNKE Foto Services | Jörg Krauthöfer
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Marion Horn und Melanie Amann.© FUNKE Foto Services | Jörg Carstensen
Cherno Jobatey und Britta Haßelmann.
Cherno Jobatey und Britta Haßelmann.
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Julia Becker bei ihrer Rede beim Medien Q 2025 im Clärchens Ballhaus in der Auguststraße in Berlin Mitte.© FUNKE Foto Services | Jörg Krauthöfer
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Grünen-Politikerin Lisa Paus im Gespräch mit Peter Schink und Pascal Biedenweg.© FUNKE Foto Services | Jörg Krauthöfer
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Mitgesellschafterin und Mitglied des Aufsichtsrats Nora Marx, Julia Becker, Forschung- und Technologieministerin Dorothee Bär und Niklas Jakob Wilke.© FUNKE Foto Services | Jörg Krauthöfer
Jochen Gaugele (stellvertretender Chefredakteur der Zentralredaktion) und Peter Schink (Chefredakteur Berliner Morgenpost) im Gespräch mit Bettina Steinke (Chefredakteurin DerWesten).
Jochen Gaugele (stellvertretender Chefredakteur der Zentralredaktion) und Peter Schink (Chefredakteur Berliner Morgenpost) im Gespräch mit Bettina Steinke (Chefredakteurin DerWesten).
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Musiker Leslie Mandoki, Alexandra Oetker, Ex-Frau von August Oetker, und CDU-Politiker Armin Laschet© FUNKE Foto Services | Jörg Krauthöfer
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Stephan Thurm, Chief Digital Officer bei FUNKE Digital, und Paul Elvers.© FUNKE Foto Services | Jörg Krauthöfer
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Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und Petra Götze.© FUNKE Foto Services | Jörg Krauthöfer
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Chefredakteurin der TLZ Gerlinde Sommer, Konzerngeschäftsführerin Simone Kasik, Chefredakteurin beim Hamburger Abendblatt Cordula Schmitz, stellvertretende Chefredakteurin der Braunschweiger-Zeitung Katrin Schiebold und Leiterin der Bereiche Einkauf und Nachhaltigkeit Gundula Ullah.© FUNKE Foto Services | Jörg Krauthöfer
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Die Zeitungen der FUNKE Mediengruppe.© RH | Ralf Hirschberger

Chefredakteur Jörg Quoos: Warum er „echt stolz“ ist

Insgesamt folgten rund 200 Gäste der Einladung ins Clärchens Ballhaus. Ein Ort, der selbst übrigens ein altehrwürdiges Stück Geschichte ist. Seit seiner Eröffnung im Jahr 1913 überstand der Tanzsaal zwei Weltkriege, fünf politische Systeme und sechs Währungsreformen. Der von Kanzler Friedrich Merz (CDU) schon mehrfach angekündigte Reform-Herbst mit wichtigen Entscheidungen zum Beispiel zum Bürgergeld, aber auch zu Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung dürfte historisch gesehen eine eher kleinere Herausforderung sein, aber dennoch eine zukunftsweisende.

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v.l.n.r. Nils Kawig Chefredakteur Ostthüringer Zeitung; Jörg Quoos Chefredakteur Zentralredaktion; Jan Hollitzer Chefredakteur Thüringer Allgemeine; Gerlinde Sommer Chefredakteurin TLZ; Andreas Tyrock Chefredakteur WAZ; Bettina Steinke Chefredakteurin DerWesten; Peter Schink Chefredakteur Berliner Morgenpost; Niklas Jakob Wilke Gesellschafter; Jost Lübben Chefredakteur WP; Ralf Kubbernuß Chefredakteur NRZ; Torsten Berninghaus stellv. Chefredakteur WP beim Medien Q 2025 im Clärchens Ballhaus in der Auguststraße in Berlin Mitte.© FUNKE Foto Services | Jörg Krauthöfer

Jörg Quoos, der Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion, wies in seiner Eröffnungsrede zunächst auf ein wichtiges Jubiläum hin: Die FUNKE Zentralredaktion, die die Zeitungen und Online-Portale der Mediengruppe, täglich mit überregionalen Informationen versorgt, feiert in diesem Jahr Zehnjähriges. Er sei vor zehn Jahren gespannt gewesen, ob es gelingen würde, FUNKE als neue Informationsquelle zu etablieren. Aber das sei geglückt. „Wir haben bis heute rund 14.000 Vorabmeldungen mit exklusiven Informationen an die Agenturen geschickt und mussten keine einzige davon zurückziehen“, sagte Quoos. Auf diese Qualität sei er „echt stolz“.

Vor Gästen wie dem Maritimen Beauftragten der Bundesregierung, Christoph Ploß (CDU), Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt, Moderator Cherno Jobatey und dem deutsch-ungarischen Musikproduzenten Leslie Mandoki betonte Quoos, man werde „weiter Vollgas geben“. Journalisten würden gebraucht, „weil in diesem Saustall an Hatespeech und Fakenews echte Profis aufräumen“ müssten. „Wir tun das kompromisslos, immer öfter auch mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI), aber mit Herz und Verstand“, sagte der Gründungschefredakteur der Zentralredaktion weiter.

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Julia Becker und Jörg Quoos© FUNKE Foto Services | Jörg Krauthöfer

„Hier kommen wir Medien ins Spiel“: Funke-Verlegerin über die Rolle der Journalisten

FUNKE-Verlegerin Julia Becker unterstrich in ihrer Begrüßungsrede zunächst ihre eigene Verantwortung. Ihr gehe es darum, ihr Medienunternehmen sicher in die Zukunft zu führen. „Wir reden nicht nur, sondern tun es auch“, erklärte Becker. „Wir haben in den vergangenen Jahren über eine Milliarde Euro in verschiedene Medienmarken investiert. Darüber bin ich verdammt stolz“, sagte sie weiter. Im Kern gehe es ihrer Familie um eine Überzeugung und die sei, dass die Demokratie jeden Tag verteidigt werden müsse.

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Rund 200 Gäste waren beim Medien-Q 2025 im Clärchens Ballhaus in Berlin-Mitte.© FUNKE Foto Services | Jörg Krauthöfer

Danach nahm sie auch auf die Pläne der Koalition direkten Bezug. „Wir alle wissen: Unser Problem ist nicht der Mangel an Ankündigungen, sondern der Mangel an Umsetzung“, mahnte Becker. Und erklärte kurz darauf, dass sich Deutschland in einem Netz aus Verfahren, Regeln und Widersprüchen verfangen habe. Was dabei oft fehle, sei die Ehrlichkeit im Umgang mit den Bürgerinnen und Bürgern. „Hier kommen wir Medien ins Spiel. Journalismus ist die Instanz, die Ankündigungen mit Wirklichkeit konfrontiert. Ohne Journalismus bleibt Politik ein Ritual aus Pressekonferenzen und leider auch TikTok-Reels“, betonte die Aufsichtsratsvorsitzende der FUNKE Mediengruppe. Neben Becker waren auch die weiteren FUNKE-Gesellschafter Nora Marx und Niklas Jakob Wilcke beim Medien-Q dabei.

Becker nahm in ihrer Rede auch Bezug auf KI, eine vergleichsweise neue Herausforderung für die Verlage. Journalisten, Wissenschaftler oder auch Schriftsteller würden Inhalte liefern, die Plattformen und KI-Systeme antrieben. Dabei drohe aber Europa, auf die Rolle des Zulieferers reduziert zu werden. „Unsere Journalistinnen und Journalisten liefern erstklassige Arbeit – und die Tech-Giganten scrapen diese dann und machen Gewinne – auf unsere Kosten“, so Becker mit Blick auf das mitunter automatische Extrahieren von Daten und Informationen seitens Google & Co.

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Nora Marx, Julia Becker, Forschung- und Technologieministerin Dorothee Bär und Niklas Jakob Wilke.© FUNKE Foto Services | Jörg Krauthöfer

Die FUNKE-Verlegerin nannte die Entwicklung „nicht nur ökonomisch gefährlich, sondern kulturell und politisch“. Es gehe dabei nicht nur ums Urheberrecht, sondern um Gerechtigkeit. „Wer Inhalte schafft, muss an den Gewinnen beteiligt werden. Wer die Grundlage für neue Technologien liefert, darf nicht ausgeschlossen werden“, forderte Becker und betonte gleichzeitig, dass der „Herbst der Entscheidungen“ auch eine Entscheidung für unabhängigen, starken Journalismus mit einschließe. Denn ohne Journalismus drohe ansonsten ein „Winter des Schweigens“.

Wenig schweigsam ging es an diesem Abend allerdings weiter. Noch bis in den späten Abend hinein wurde diskutiert. Nicht nur Rolle und Zukunft des Journalismus boten dafür sicherlich noch genügend Gesprächsstoff.