Am Mittwoch war Windsor im Lockdown. Das Königsschloss südwestlich von London war umgeben von einer soliden Mauer aus Stahl, rundherum waren hunderte Polizisten im Einsatz, manche zu Pferd, unterstützt von Drohnen und Polizeibooten auf der Themse. Noch nie waren die Sicherheitsmaßnahmen so umfassend wie für die zweite Staatsvisite von Donald Trump, die am Mittwochmittag offiziell begann.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Ungewöhnlich war auch, wie sehr der US-Präsident von der Öffentlichkeit und den Medien abgeschirmt wurde. Als er gegen Mittag von der Residenz des US-Botschafters im Regent’s Park, wo er die Nacht verbracht hatte, nach Windsor geflogen werden sollte, zeigte die BBC Bilder des grauen Himmels, die Journalisten sprachen über das Wetter – mies – und meinten: „Schwer zu sagen, ob Trump jetzt schon auf dem Weg ist.“

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Ein pompöser Auftakt- ganz nach Trumps Geschmack

Irgendwann saß Trump im Helikopter, zur Mittagszeit landete er auf dem Grundstück von Windsor Castle, wo der Präsident von Prinz William und Prinzessin Kate begrüßt wurde. Kurz darauf ein freundlicher Handschlag mit König Charles – „dies ist mein Vater“, erklärte William – und seiner Gattin Camilla, dann standen die drei Männer beisammen, gutgelaunt im Gespräch, daneben die Frauen. Es dauerte nicht lange, bis die drei Pferdekutschen vorfuhren und das große Spektakel begann.

UK Hosts President Trump And First Lady Melania Trump For State Visit - Day Two
König und Präsident in Kutsche: Charles III. und Donald Trump am Nachmittag in Windsor. © Getty Images | WPA Pool

Die Rundfahrt durch das Grundstück von Windsor Castle wurde begleitet von der Household Cavalry mit ihren goldenen Helmen, am Wegrand standen die Foot Guards Spalier. Im Hintergrund knallten die Royal Salutes, und die drei Militärbands der Grenadier Guards, Coldstream Guards und Scots Guards spielten die amerikanische und die britische Nationalhymne. Die Ehrengarde, die der Präsident danach im Hof von Windsor Castle inspizierte, war extra groß – ganz wie es Trump gefallen dürfte.

„Absolut makellos, so wie man es vom Royal Household erwarten würde“

Das Ausmaß des Zeremoniells ist umso bemerkenswerter, als es nach der ersten Staatsvisite 2019 schon der zweite offizielle Besuch Trumps bei den britischen Royals ist; in der zweiten Amtszeit der US-Präsidenten beschränken sich die Visiten in der Regel auf ein unspektakuläres Mittagessen beim Monarchen. Aber für Trump zog man nochmal alle Register – und wie. Es war eine royale Show, wie sie noch nie einem ausländischen Staatsoberhaupt geboten wurde.

Der breit grinsende Präsident war offensichtlich entzückt vom ganzen Aufwand, den die Royals für ihn aufgezogen hatten, und auch die BBC war hingerissen: „Absolut makellos, so wie man es vom Royal Household erwarten würde“, sagte der Reporter. Danach ging es erst mal ins Schloss zum Lunch, bevor der zweite Teil der Festlichkeiten beginnt, darunter das prunkvolle State Banquet in der St George’s Hall in Windsor. 

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Merz in der Churchill-Falle
Rambo Zambo – Der Merz-Podcast
 

Erst Prunk, dann Proteste: am Donnerstag könnte es für Trump unangenehmer werden

Dass man Trump während seines Aufenthalts im Vereinigten Königreich so gut wie möglich vom Volk fernhält, hat seinen guten Grund – denn im Gegensatz zu den betont freundschaftlichen Szenen im Königsschloss ist die britische Öffentlichkeit überaus kritisch eingestellt gegenüber dem US-Präsidenten. In London plant die Gruppe Stop Trump Coalition am Mittwochnachmittag einen größeren Protest.

In der Nacht vor dem Besuch hatten Aktivisten ein großes Bild von Donald Trump und dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein auf die Außenmauer von Schloss Windsor projiziert, bevor sie von der Polizei festgenommen wurden. Die Beziehung zwischen Trump und Epstein, die seit letzter Woche wieder in den Schlagzeilen ist, wirft einen dunklen Schatten über seine Staatsvisite. Morgen Donnerstag, wenn der ernste Teil der Staatsvisite beginnt, könnte dies für schiefe Zwischentöne sorgen. Aber am Mittwoch stand noch der royale Prunk im Vordergrund.