Weltweit wird der Wasserkreislauf durch den voranschreitenden Klimawandel unvorhersehbar und pendelt zwischen Extremereignissen wie Überschwemmungen und Dürren. Das zeigt der aktuelle Zustandsbericht zu den globalen Wasserressourcen, den die UN-Wetterorganisation WMO am Donnerstag in Genf vorgestellt hat. Schwankungen beim Wasserangebot haben weitreichende Folgen für die Wirtschaft und die Menschen. Immer mehr Menschen sind demnach künftig von einem unzureichenden Zugang zu Trinkwasser betroffen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Demnach herrschten 2024 nur in einem Drittel der Flusseinzugsgebiete weltweit normale Verhältnisse im Vergleich zum Durchschnitt von 1991-2020. Es sei das sechste Jahr in Folge mit deutlichen Anomalien. Die Forscher verwiesen unter anderem auf stark zurückgehende Gletscher in allen Weltregionen und auf eine schwere Dürre im Amazonasbecken und im südlichen Afrika.
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Alarmierende Zahlen: Wasser als Schlüsselressource der Gesellschaft
Die Wasserressourcen der Welt stünden unter wachsendem Druck, sagte WMO-Generalsekretärin Celeste Saulo. Immer extremere Gefahren in Zusammenhang mit Wasser wirkten sich zunehmend auf das Leben und die Lebensgrundlagen aus. Dabei sei Wasser „die Grundlage unserer Gesellschaft, der Motor unserer Wirtschaft und das Fundament unserer Ökosysteme“, betonte Saulo.
Der jährliche Bericht über die Wasserressourcen soll Entscheidungsträgern notwendige Informationen bieten. Er bewertet die globale Verfügbarkeit von Süßwasser, die Grundwassersituation und Abflussmengen von Flüssen und Seen. Zu dem Bericht steuern zahlreiche Forschungseinrichtungen und nationale Wetterdienste Daten bei.
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Verheerender Ausblick: Milliarden Menschen ohne Trinkwasser
Nach UN-Schätzungen haben 3,6 Milliarden Menschen mindestens einen Monat im Jahr keinen ausreichenden Zugang zu Wasser. Ihre Zahl werde bis 2050 voraussichtlich auf mehr als 5 Milliarden ansteigen.
Bei fast zwei Dritteln aller Grundwasserbrunnen verzeichnete der Bericht Normabweichungen. Während große Ströme wie der Amazonas und der Paraná in Südamerika oder der Sambesi und Oranje im südlichen Afrika zu wenig Wasser führten, lagen die Abflussmengen etwa der Donau oder des Ganges über dem Durchschnitt.
Fast alle in der Studie berücksichtigten Binnenseen wiesen zu hohe Temperaturen auf, was die Wasserqualität beeinträchtigte. Heftige Niederschläge und Wirbelstürme führten im vergangenen Jahr allein in den tropischen Gebieten Afrikas und in Asien zu mehr als 3500 Toten und Millionen Vertriebenen.
Trinkwasser in Deutschland: Müssen auch wir Sorge um Engpässe haben?
Laut einer aktuellen Untersuchung des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sind auch in Deutschland die Folgen des Klimawandels deutlich spürbar. Auch wenn Trinkwasser noch im ausreichenden Maße verfügbar ist und sich die Grundwasserspeicher zuletzt wieder gut füllten, zeigt die Analyse des BUND dennoch: In jedem zweiten Landkreis gibt es Probleme mit der Wasserversorgung, sei es für die landwirtschaftliche oder industrielle Nutzung. Ein nachhaltigerer Umgang mit der Ressource Wasser sei daher dringend notwendig, um den wachsenden Herausforderungen angesichts der Klimaprognosen gerecht zu werden.
kna/jcst






