Wenn US-Präsident Donald Trump vor den Vereinten Nationen spricht, dann geht es nicht um die Welt: Es dreht sich alles um ihn. Bei seiner Rede vor der UN-Vollversammlung am Dienstag zündete Trump ein fulminantes Feuerwerk des Selbstlobs.Er allein habe „sieben ewige Kriege“ wie etwa den Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan beigelegt. Die Antwort, wie er den Ukraine-Krieg oder die katastrophale humanitäre Situation im Gazastreifen beenden will, blieb er indessen schuldig.
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Trump über Deutschland: „Sie gingen pleite“
Seinen Turbo-Kurs für Öl und Gas und seine Politik der eisernen Faust gegenüber Migranten feierte der US-Präsident als Jahrhundert-Errungenschaft. Dabei verwies er ausgerechnet auf Deutschland als leuchtendes Beispiel. „Sie wollten ‚grün‘ werden – und sie gingen pleite“, lästerte Trump mit Blick auf die deutschen Bemühungen, klimaneutral zu werden. „Die neue Regierung geht jetzt wieder dahin zurück, wo sie schon einmal waren: zu fossiler Energie und Atomenergie.“ Bei der Interpretation der deutschen Energiepolitik ging dem Präsidenten offenbar die Phantasie durch.


Autokraten wie Kremlchef Wladimir Putin packt Trump mit Samthandschuhen an. Für ihn ist Weltpolitik das Ergebnis der unilateralen Macht der USA. Mal schickt er bunkerbrechende Bomben auf iranische Atomanlagen, mal will er auf der Ruinenlandschaft des Gazastreifens eine „Riviera des Nahen Ostens“ zaubern. Das Bild des großen Zampanos soll vor allem nach innen wirken: In gut einem Jahr wählen die Amerikanerinnen und Amerikaner einen neuen Kongress. Die Europäer tun gut daran, nicht jeden Tag wie das Kaninchen auf die Schlange zu schauen. Sie müssen viel mehr als bisher auf eigene Stärke bauen.



