Ein Jahr ist es am Donnerstag her, dass die Ampel-Koalition zerbrochen ist. Für SPD, Grüne und FDP war das eine Erlösung, ebenso für das Land. Streit und Missgunst dominierten die Arbeit der Koalition und überdeckten alles, was die Regierung sonst auf den Weg brachte. Mit Grauen beobachteten selbst die Beteiligten die selbstzerstörerischen Kräfte, die sie nicht zu bändigen wussten.
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Als Union und SPD über eine Koalition verhandelten, war ihnen das Leben und Sterben der Ampel ein mahnendes Beispiel. So sollte es nicht wieder werden. Dieses Versprechen, so schien es, könnte die Koalition zusammenschweißen.
Ein halbes Jahr ist Schwarz-Rot nun am Werk. Die Atmosphäre ist nicht nur in dem Bündnis bemerkenswert schlecht. Auch ihr Ansehen in der Bevölkerung ist katastrophal.

Nach den Ampel-Jahren ist das Land gereizt und ungeduldig, die politischen Akteure nervös. Unvorsichtig hatte Friedrich Merz Erwartungen an schnelle Reformen geweckt. Eine bessere Stimmung schon im Sommer versprach der Kanzler.
Inzwischen liegen die Lebkuchen in den Läden und von einem Umschwung ist nichts zu spüren. Die Unternehmen warten mit ihren Entlassungen nicht darauf, dass die Beschlüsse der Regierung wirken.

Die Koalition tritt jedoch nicht als Mannschaft auf, die gemeinsam gewinnen will – und in der man sich auch mal für den anderen das Trikot schmutzig macht. Ob Richterwahl oder Rente, der Firnis des Zusammenhalts ist gefährlich dünn.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Das Land braucht aber Zuversicht und Stabilität. Union und SPD müssen sich jeden Tag an den Ampel-Schaden erinnern. Sie gefährden sonst nicht nur ihr Überleben als Volksparteien, sondern auch eine Mehrheit in der demokratischen Mitte.




