Thomas Kemmerich soll aus einem Restaurant in Weimar geschmissen worden sein. Wie er unserer Redaktion mitteilte, wollte er am Donnerstag in der Klassikerstadt gemeinsam mit seinem Sohn essen gehen. Dafür habe er sich ein Restaurant in bester Innenstadtlage ausgesucht, das deutsche Hausmannskost anbiete. Als er an seinem Platz jedoch vergeblich auf die Bedienung wartete, habe sein Sohn sich die Speisekarten genommen. Daraufhin sei eine Bedienung gekommen und habe gesagt: „Wir bedienen Sie hier nicht!“ Auf die Frage von Kemmerich, was der Grund dafür sei, habe der Kellner gesagt: „Na weil Sie Thomas Kemmerich sind.“
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Kemmerich berichtet von wiederholten Anfeindungen
Kemmerich soll daraufhin gemeinsam mit seinem Sohn das Restaurant verlassen haben. Eine Stellungnahme des Betriebs zu den Vorwürfen blieb trotz mehrfacher Anfragen dieser Redaktion aus. Ein Angestellter erklärte am Telefon lediglich, er könne sich nur schwer vorstellen, dass der Vorfall tatsächlich auf diese Weise stattgefunden habe. Der zuständige Geschäftsführer reagierte weder auf E-Mails noch auf telefonische Kontaktversuche dieser Redaktion.
Laut Kemmerich war das nicht der einzige Vorfall. Er erlebe immer wieder, dass er offen angefeindet werde. „Ich werde oft als Nazi beschimpft“, so Kemmerich. Vor wenigen Tagen habe eine Frau in Berlin ihn auch beleidigt: „Du Nazi, hast dich mit Nazis ins Bett gelegt“, soll sie gesagt haben. „Solche Sachen lächle ich einfach weg“, sagte Kemmerich. Ihm bereite jedoch die gesellschaftliche Entwicklung und der Umgang untereinander Sorge. „Ich weiß nicht, was die Leute reitet, einen nicht mehr zu bedienen.“
Kemmerich macht Erfahrung auch auf Instagram öffentlich
Kemmerich machte seine Erfahrung auch auf Instagram öffentlich. In einem Video sagte er: „Ich war völlig perplex, völlig erschüttert. Offenbar kann man in diesem Land nicht mehr überall hingehen und sagen, was man denkt.“ Und weiter: „Wenn wir dieser Entwicklung nicht entgegentreten, sind wir auf einem sehr schlimmen Pfad.“ Der Satz „Sie werden hier nicht bedient“ erinnere ihn an „dunkle Zeiten in Deutschland“.
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Im Netz erntete Kemmerich viel Zuspruch und einige Kommentatoren pflichteten seiner Empörung bei. Doch daneben gab es auch kritische Kommentare. Ein User schrieb: „Die Wahl zum Kurzzeit-Ministerpräsidenten mithilfe von AfD Stimmen, hat selbst in der FDP zu Empörung und Ablehnung geführt. Ist es da verwunderlich, dass ein Wirt von seinem Hausrecht Gebrauch macht?“
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Mit Stimmen der AfD zum Ministerpräsidenten gewählt
Kemmerich war 2020 mit Stimmen von AfD, CDU und FDP zum Ministerpräsident von Thüringen gewählt worden. Die Wahl mit Stimmen der AfD löste in Thüringen eine Regierungskrise aus. Und auch bundesweit kam es zu einer Welle der Empörung. Nur wenige Tage nach seiner Wahl trat Kemmerich von seinem Ministerposten zurück. Kürzlich trat er auch aus der FDP aus, um sich dem Team Freiheit von Ex-AfD-Politikerin Frauke Petry anzuschließen.





