Die Junge Union (JU) kann auch richtig jubeln. Anders als beim schwachen Applaus für Kanzler Friedrich Merz (CDU) hat der Parteinachwuchs von CDU und CSU bei seinem Deutschlandtag den Auftritt von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Sonntag mit Standing Ovations gefeiert. Fähnchen mit „Söder Power“ und „Servus Markus“ wurden geschwenkt. Und am Ende des dreitägigen Treffens im Europapark Rust lobte JU-Chef Johannes Winkel zum Abschied nur einen Politiker: Markus Söder.
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Von diesem Deutschlandtag seien „klare Signale“ ausgegangen, so Winkel: Söder habe bestätigt, dass der Bundesfinanzminister – Lars Klingbeil von der SPD – nicht einmal „so von der Seite her“ dem Bundestag befehlen könne, wie der in der Rentenpolitik abzustimmen habe. Ganz die Linie der Jungen Union.
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Söder stellt auf die Seite der Jungen Union: „Reines SPD-Basta geht nicht“
Die Empörung über das Rentenpaket der Regierung mit Folgekosten von 120 Milliarden Euro von 2032 bis 2040 an zulasten der jüngeren Generation war das alles beherrschende Thema beim JU-Jahrestreffen. Markus Söder stellte sich in seiner Rede partiell auf die Seite der Jungen Union: „Ihr habt euch die letzten Wochen sehr konstruktiv eingelassen. Ich finde, ihr habt schon gute Argumente“, rief der CSU-Chef den gut 300 Delegierten zu. „Wir müssen darüber auch mit der SPD reden, also so ein reines SPD-Basta von der Seite das geht nicht“, sagte Söder. Das Signal des Deutschlandtages habe jetzt „schon jeder kapiert“, meinte Söder, man müsse jetzt gemeinsam schauen, wie man damit umgehe.

Gleichzeitig machte Söder deutlich, dass er Kanzler Merz und dem Unions-Fraktionschef Jens Spahn „nicht in den Rücken fallen“ werde. Merz müsse die Koalition zusammen halten. Sollte Schwarz-Rot am Rentenstreit zerbrechen, hätte das ungeahnte Folgen. Mancher ersehne sich eine Minderheitsregierung. Das sehe auf den ersten Blick erlösend aus, „aber eine Minderheitsregierung führt dazu, dass du am Ende nichts mehr durch bekommst“. Merz wäre ein Kanzler ohne Macht, das wäre wie in der Weimarer Republik und eine Chance für die Radikalen. „Das darf uns nicht passieren.“

Söder lässt sich feiern – inhaltliche Zugeständnisse macht er aber nicht
In der Aussprache mit den Delegierten machte Söder zum Rentenpaket – das auch die von der CSU gewünschte Mütterrente III enthält – keine inhaltlichen Zugeständnisse und nannte keine Details, wie etwas geändert werden könnte. Gleichwohl hat der CSU-Vorsitzende bei den jungen Christdemokraten und Christsozialen offenbar den richtigen Ton getroffen.
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Beim Deutschlandtag war zuvor auch Manuel Hagel – CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Baden-Württemberg im März 2025 – frenetisch gefeiert worden, weil er von Merz‘ Position abrückte. Hagel bezeichnete die JU als „Hüterin der Interessen der jüngeren Generation“ und setzte sich beim Rentenpaket für Nachverhandlungen mit der SPD ein. Wenn das Rentenpaket so eins zu eins umgesetzt werde, dann könne man die geplante Rentenkommission „vergesssen“. „Das einzige, was ihr in der Rentenkommission dann tun könnt, ist Kaffee trinken und Kuchen essen und euch überlegen, ob ihr 120 oder 150 Millarden Euro zuschießt.“

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Bis zur Abstimmung Anfang Dezember im Bundestag dürfe der Streit ums Rentenpaket noch weiter schwelen. 18 junge Abgeordnete der Union haben angedroht, ihre Zustimmung zu verweigern. Die Koalition hat aber nur eine Mehrheit von zwölf Stimmen. Die Fronten sind verhärtet. Am Samstag hatte Vizekanzler Lars Klingbeil vor den Genossen beim SPD-Landesparteitag in Ulm erklärt: „Ich sage Euch in aller Klarheit. An diesem Gesetz wird nichts geändert.“



![Friedrich Merz (CDU) und Bärbel Bas (SPD) im Juni im Bundeskanzleramt. Pressekonferenz [press conference] nach der ?bergabe des Berichts der Altersicherungskommission zur Rentenreform in Berlin](https://img.sparknews.funkemedien.de/413277497/413277497_1790592399_v16_9_1200.jpeg)






