So wenig Menschen wie noch nie seit Erhebungsbeginn lehnen es ab, die AfD zu wählen. Das zeigt der neuste Meinungstrend des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag der „Bild“-Zeitung. In der sogenannten „negativen Sonntagsfrage“ wird regelmäßig abgefragt: „Würden Sie die AfD wählen?“ In der aktuellen Umfrage beantworteten nur noch 49 Prozent der Befragten mit „Nein, auf keinen Fall“ – ein Tiefstwert. Der Spitzenwert hatte schon einmal bei 75 Prozent gelegen. Das heißt: Die in Teilen rechtsextreme Partei ist nur noch für jeden Zweiten ein Tabu.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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„Nur noch knapp jeder Zweite schließt die Wahl der AfD grundsätzlich aus. Das ist immer noch der schlechteste Wert aller Parteien in der ‚negativen Sonntagsfrage‘, aber der beste in dieser Kategorie für die AfD jemals gemessene Wert“, sagte Hermann Binkert, Geschäftsführer des Sozialforschungsinstituts Insa, der Zeitung.

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#28 Katarina Barley über das Raumschiff Europa und den Teebeutel in ihrer Tasche
Meine schwerste Entscheidung
 

Neue Insa-Umfrage zeigt auch das Wählerpotential: Hier verblüfft die SPD

Doch nicht nur für die AfD beförderte die Umfrage überraschende Ergebnisse zutage: Neben der negativen Sonntagsfrage und der klassischen Sonntagsfrage erhebt das Institut nämlich auch das Wählerpotential: Also die Summe der Menschen, die etwa die SPD wählen wollen und derer, die sich das prinzipiell vorstellen könnten.

In der aktuellen Sonntagsfrage von Insa verteilen sich die Stimmen folgendermaßen: Die AfD liegt mit 26 Prozent vorn, gefolgt von der Union mit 25,5 Prozent. Die SPD bleibt bei 15 Prozent, die Grünen bei 11 Prozent. Die Linke verliert 0,5 Prozentpunkte und kommt auf 10,5 Prozent. Das BSW bleibt bei 4 Prozent. Die FDP verliert einen halben Prozentpunkt und landet bei 3 Prozent.

Aktuelle Umfrage: Schwarz-rote Regierung verliert die Mehrheit um 3,5 Prozent

Schwarz-Rot verfehlt mit 40,5 Prozent die parlamentarische Mehrheit – nötig wären allerdings 44 Prozent der Stimmen. Während die Kluft zwischen SPD und Union bei der Sonntagsfrage groß ist, zeigt der neue Meinungstrend aber auch: Im Hinblick auf das Wählerpotential liegen die beiden Parteien nicht weit auseinander. Die SPD kommt auf ein Wählerpotential von insgesamt 39 Prozent – und liegt damit nur knapp hinter dem Wählerpotential der Union (39,5 Prozent).

Das maximal mögliche Potential der AfD liegt bei 33 Prozent, das der Grünen bei 25 Prozent, das der Linkspartei bei 22,5 Prozent, der FDP bei 17 Prozent und beim BSW bei 15 Prozent. Dass Wählerinnen und Wähler tatsächlich genau so abstimmen, ist allerdings nicht möglich – das Wählerpotential landet häufig bei mehr als 200 Prozent. Es misst eben lediglich, was Menschen sich theoretisch vorstellen könnten zu wählen.

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Ranking der beliebtesten Politikschaffenden: Alice Weidel legt Sprung hin

Beim Ranking der beliebtesten Politikerinnen und Politiker ändert sich in der aktuellen Insa-Umfrage an der Spitze nur wenig: Noch immer ist Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) der beliebteste Politiker, gefolgt von Hendrik Wüst (CDU) und Markus Söder (CSU). Beliebteste Politikerinnen sind Julia Klöckner (CDU) auf Platz 7 der Liste sowie Bärbel Bas (SPD) direkt dahinter auf Platz 8.

Gewinnerin der Woche ist AfD-Chefin Alice Weidel, die in die Top Ten rutscht. Den deutlichsten Absturz legt Grünen-Chefin Franziska Brantner hin: Sie verliert zwei Punkte und vier Plätze und landet auf Platz 16 – einen Platz vor Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).