Es gab schon einmal eine Zeit in den Vereinigten Staaten, als Menschen mit Migrationshintergrund offen angefeindet wurden. Nach dem 11. September 2001 hüteten sich viele, in der Öffentlichkeit Arabisch zu sprechen. Die Terroristen aus Saudi-Arabien hatten es geschafft, eine ganze Bevölkerungsgruppe in Verruf zu bringen.

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Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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Der Unterschied zu heute: Damals wurde der Islamhass nicht auch noch aus dem Weißen Haus öffentlich befördert. Heute stellt die Tat des mutmaßlichen Schützen von Washington, Rahmanullah L., eine Rechtfertigung für US-Präsident Donald Trump dar, der mit aller Macht versucht, sein Land in eine weiß-evangelikale-homogene Wüste zu verwandeln. Sein Vize JD Vance hat bereits angekündigt, die Einwanderungsgesetze würden geprüft und verschärft. Dabei befand sich der Tatverdächtige nach bisherigen Erkenntnissen legal im Land: Er soll über ein Einreiseprogramm der US-Regierung für frühere Ortskräfte der USA in Afghanistan gekommen sein, Anschlussvisa oder Asyl müssten folgen.

Die abscheuliche Tat ist zu verurteilen. Zugleich muss man befürchten, dass die Trump-Administration sie auskostet, um neuen Hass gegen Migranten zu schüren. Das Attentat dient Trump als Geschenk: Es lässt ihn Härte und Hetze gegen Migranten öffentlich rechtfertigen. Dass davon viele unbescholtene Menschen betroffen sind und bei Weitem nicht nur Kriminelle, interessiert ihn nicht. Dass es das gesellschaftliche Klima in den USA weiter erkalten lässt und ganze Gemeinden auseinandertreibt, ebenfalls nicht. Trump mag in vielem erratisch wirken – aber sein Ziel von einem autoritär regierten Staat christlicher Weißer verfolgen er und seine Unterstützer konsequent.





